Hat die betriebliche Weihnachtsfeier gesetzlichen Unfallschutz?

Im Prinzip “ja”! Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind! Ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts (Az.: B 2 U 19/14R) macht dazu neue Aussagen. Natürlich geht es dabei nicht nur um betriebliche Weihnachtsfeiern, sondern um Veranstaltungen, die betriebsseitig organisiert sind. Und genau darin liegt der Aspekt. Eine betriebliche Veranstaltung, die unter der Deckung der gesetzlichen Unfallversicherung steht, muss durch das Unternehmen organisiert sein, wobei die Anwesenheit der Betriebsleitung selbst nicht Voraussetzung ist, insofern dafür beauftragte Stellvertreter bestimmt sind, die durch Anwesenheit stellvertretend auftreten. Die bisher geforderte Teilnahme von mindestens 20% der Belegschaft ist nicht mehr bindend. Das ist ein gesetzliches Novum! Selbstverständlich sind im Rahmen einer solchen Veranstaltung lediglich die dem Betrieb angehörenden Personen versichert, also keine eventuell teilnehmenden Familienmitglieder oder geladene Gäste. Unfälle, die durch übermäßigen Alkoholgenuss verursacht sind, bleiben ebenso unberücksichtigt. Ferner gilt die im allgemeinen gültige Regelung, dass Hin- und Rückfahrt durch private Unterbrechungen nicht beeinflusst werden. Umfassenden Versicherungsschutz bietet unabhängig der genannten Kriterien nur eine private Unfallversicherung, die grundsätzlich existieren sollte!

Was ist Risikomanagement? Auf den richtigen Beratungsansatz kommt es an!

Wer es braucht, könnte sich bei Lloyds in London für den Fall versichern lassen, dass uns der “Himmel” auf den Kopf fällt. Zumindest die Bewohner eines kleinen gallischen Dorfes sollen dafür Bedarf haben. Was sich hinter diesem Scherz verbirgt ist schlicht die Frage, für wen, wann und in welchem Umfang Versicherungen einen Sinn machen. Merkwürdige Frage für einen Versicherungsfachmann? Natürlich nicht! Die Qualität seiner Beratung hängt vom richtigen Risikoansatz ab. Nach dem Motto “first things first” muss die Grundlage einer Beratung in Risikofragen immer an zwei Kriterien ausgerichtet sein: welches sind die Risiken mit den größten Finanziellen Gefahren und wie sieht die individuelle Risikosituation des einzelnen aus. Nicht jede Lösung ist für jeden gleich gut und wichtig. Es gibt demnach eine grundsätzliche Gewichtung von Risikosituationen als Ausgangspunkt: die private Haftpflicht (im Schadenfall hohes finanzielles Haftungsrisiko bei relativ kleinem Beitrag), die private Berufsunfähigkeitsversicherung (Risiko mit hoher Wahrscheinlichkeit und existenzbedrohenden finanziellen Folgen), die Unfallversicherung als Ergänzung zur BU (die beiden Versicherungen greifen in einander), die Hausratversichrung (zur Sicherung von Hab und Gut) eben so wie Gebäudeversicherung. Und alles andere? Ja und Nein! Das kommt auf die individuelle Situation an. Wer z.B. ein altes Fahrrad hat und dreimal im Jahr bei schönem Wetter eine Runde um den Häuserblock fährt, muss seinen Drahtesel nicht gegen Diebstahl außerhalb des Hauses versichern. Wer aber mit einem teuren Rad täglich von der Wohnung zur S-Bahn pendelt, das Rad dort abschließt und erst abends damit wieder Heim fährt, sollte dies unbedingt tun. So individuell verhält es sich mit fast allen Versicherungen. Brauche ich eine Pflegezusatzversicherung? Ja, das wäre gut, aber zunächst ist die Berufsunfähigkeit vorrangig. Es gibt also nicht nur die abstrakte Gewichtung von Versicherungsrisiken, sondern auch den zeitlichen Aspekt der Lebens- und Altersphase in der man sich befindet. Risikomanagement bedeutet die Fähigkeit, unter Berücksichtung der zur Verfügung stehenden Mittel Risiken nach finanziellem Umfang, Wahrscheinlichkeit, individueller Notwendigkeit und Altersbezogenheit erkennen zu können. Lassen Sie sich “gut” beraten!

Autodiebstahl treibt Kosten hoch

Die Diebstahl-Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft belegt eine eindeutige Entwicklung: permanente Steigerung! Gut, wenn jemand neben seiner Kfz-Haftpflicht auch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung hat. Für die Autoversicherer sieht das dagegen problematisch aus, da von Jahr zu Jahr mit bleibender Kontinuität die Anzahl der Diebstahl-Delikte steigt. Dabei lassen sich drei unterschiedliche Kriterien untersuchen: Schadenhäufigkeit, Schadensumme gesamt und Kostendurchschnitt je Schaden. Leider unterliegen alle Einzelaspekte der gleichen Tendenz, Steigerung in allen Punkten. Zwar lassen sich innerhalb der Untersuchung Unterschiede erkennen, jedoch nur in regionaler Hinsicht, also im Aspekt der Häufigkeit. Berlin bildet dabei den Spitzenreiter, München (unter den Großstädten) das Schlußlicht. Ähnlich sieht es im Vergleich der Bundesländer aus. Das Land Berlin steht an der Spitze, Bayern am Ende. Für den Versicherer ist das in Summe egal, betrachtet man den Gesamtschadenaufwand, für den Kunden jedoch nicht. Ein und dasselbe Auto muss in Folge der unterschiedlichen Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich teuer versichert sein – und genauso verhält es sich, da die meisten Versicherungsanbieter in Deutschland nach statistischen Grunddaten ihre Beiträge berechnen. Aber unabhängig von regionalen Unterschieden ist die Gesamttendenz der Diebstähle steigend, was in der Konsequenz zwangsläufig zu höheren Beiträgen führen muss! Allein im vergangenen Jahr betrug die Steigerung zum Vorjahr insgesamt 4,3% und die Gesamtschadensumme für Diebstähle stieg auf 291 Millionen Euro. Wundern Sie sich also nicht, wenn die Beiträge zu Ihrer Kfz-Versicherung steigen. Der Grund sind kostenträchtige Fakten

 

Deutsche schätzen Risiken völlig falsch ein!

Täglich werden wir durch die Medien mit schrecklichen Realitäten konfrontiert. Terrorakte gefährden Unschuldige an Leib und Leben, katastrophale Verkehrsunfälle verbreiten unerhörte Ängste, Flugzeugabstürze verunsichern Reisende – aber schätzen wir unsere Risiken auch wirklich zutreffend ein? Eine Studie, die im Auftrag des Goslar-Instituts erstellt wurde, klärt darüber auf. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Versicherungswesen (IVW) an der technischen Hochschule Köln und dem Lehrstuhl für Versicherungswirtschaft und Risikomanagement an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Das Ergebnis ist verblüffend! Risiken, die mit geringer Wahrscheinlichkeit eintreten, werden haushoch überschätz, Risiken, deren Wahrscheinlichkeit ganz hoch rangieren, werden häufig nahezu ausgeblendet. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terroranschlags zu werden, wird statistisch bis zu 30-fach zu hoch eingestuft. Die Tatsache, das fast jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens an einer Form des Krebs erkrankt, wird in der Einzelbetrachtung fast immer für höchst unwahrscheinlich gehalten. Ein interessantes psychologisches Phänomen: je wahrscheinlicher ein Risiko eintritt, desto geringer wird es als bedrohlich erkannt. Das klingt wie das Verdrängen der Realität. Eine Steigerung erfährt dieses Denken noch zusätzlich durch Falschinformation oder ungenaue Information. Fast alle Deutsche unterschätzen in der Studie ihre tatsächliche Lebenserwartung. Da das Risiko ein Pflegefall zu werden aber erst für über 80-jährige dramatisch zunimmt, hält sich kaum jemand für einen potentiellen Pflegefall – und diese Annahme liegt gänzlich neben der Wirklichkeit, denn Menschen werden heute immer älter. Wer Risiken so falsch einschätzt wie wir Deutschen, macht sich einerseits unbegründete Sorgen über Dinge, die kaum eintreten, und kaum Sorgen um Dinge, die ganz sicher eintreten. Dann aber ohne Pflegeversicherung, Zusatzrente und Unfallschutz dazustehen, ist tragisch. Denken Sie noch einmal neu über Ihre Risiken nach. Ein Gespräch mit dem Fachmann kann da klärend helfen.

Mit dem Rad durch Schnee und Eis

Viele Fahrradfahrer lieben es, auch in der kalten und dunklen Jahreszeit ihre bevorzugte Fortbewegungsart zu nutzen. Was im Frühjahr und Sommer ein meist erholsames Vergnügen ist, stellt im Winter den Aktiven vor besondere Herausforderungen. Die Experten der Unfallforschung der Versicherer (UDV) sowie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. geben dazu Rat und Hilfe. Natürlich gilt grundsätzlich die Notwendigkeit angemessener Kleidung und angepasster Fahrweise. Wer auf dem Rad friert, verspannt und reagiert entsprechend, “erfrorene Hände” greifen Bremshebel schlecht. Gerade Jugendliche haben die Neigung, Witterungsbedingungen und Kälte nicht ganz ernst zu nehmen, oft aus falscher Eitelkeit. In der dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig, gesehen zu werden. Dazu dient helle, am besten mit Reflektoren versehene Kleidung, eine in jedem Falle funktionierende Beleuchtungsanlage. Es ist hilfreich, das Rad mit Rückstrahlern zu versehen, die auch im Stand leuchten. Das Rad selbst sollte dadurch auf den Winter vorbereitet werden, dass alle beweglichen Teile geölt oder geschmiert werden, besonders die Kette. Das schützt vor Schmutz und Salz. Es gibt sogar die Möglichkeit “Winterreifen” für Fahrräder aufzuziehen, teilweise mit Spikes. Zumindest sollte aber bei Schnee und Eis der Reifendruck etwas reduziert werden, dadurch erhöht sich der Grip. Es macht auch Sinn, die gewohnte Sattelhöhe etwas zu reduzieren. Man erreicht dadurch mit den Füßen schneller den Boden, auch wenn der Sitz vielleicht nicht mehr ganz so ergonomisch ist. Zur veränderten Fahrweise gehört ein größerer Abstand zu Bordsteinen und zu Vorausfahrenden. Achten Sie nicht nur auf Schnee und Eis, achten Sie auch auf feuchtes Laub. Bei widrigen Straßenverhältnissen sollte in Kurven weder gebremst noch in die Pedale getreten werden, das beeinträchtigt die Stabilität. Ampeln, Kreuzungen und Rücken sind besondere Gefahrenorte, da dort die Rutschgefahr wegen der Überfrierung zuerst auftritt. Und über eines gibt es keine zwei Meinungen: auf einen gut sitzenden Fahrradhelm darf niemals verzichtet werden.

Sturm und Hagel verursachen immer höhere Schäden

Der Deutsche Wetterdienst hat festgestellt, dass 2015 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 war. Wärmer war nur noch das Vorjahr 2014. Expertenmeinungen sagen deutlich, dass dies der Hauptgrund für die rasante Zunahme von Naturkatastrophen ist. Im Jahr 2015 zahlten deutsche Versicherer 2,6 Milliarden Euro an ihre Kunden für die Folgen von Sturm, Hagel und Starkregen. Meist sind es Policen aus den Bereichen Hausrat und Gebäudeversicherung, die diese Schäden decken, vorausgesetzt, die Risiken für Elementar-Schäden sind darin mit abgedeckt. Nicht zu unterschätzen sind die Schäden an Kraftfahrzeugen, die durch Naturkatastrophen verursacht wurden. 325.000 Fahrzeuge wurden durch Sturm und Hagel beschädigt, 1.250 Fahrzeuge durch Überschwemmung. Gesamtkosten für beides 655 Millionen Euro. Es ist aber nicht allein die Zunahme der Häufigkeit, die große Sorgen macht, sondern auch das Ausmaß einzelner Schadenereignisse. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft sagt dazu: “Die Natur zeigte 2015 wieder einmal, worauf wir uns einstellen müssen. Nur ein einziger Sturm verursachte ein Drittel aller Schäden.” Gemeint damit war der Wintersturm Niklas im März 2015, der allein 750 Millionen Schaden an Gebäuden anrichtete.

Achtung Steinschlag! Schaden und Haftung?

Öffentliche Straßen und Wege stehen unter der Verkehrssicherungspflicht von Bund, Ländern und Gemeinden. Dass diese Pflicht aber hinsichtlich der Haftung auch Grenzen hat, belegt ein eben gesprochenes Urteil des Landgericht Coburg (Az.: 22 O 688/15). Danach kann ein Verkehrsteilnehmer auf öffentlichen Straßen nicht unbegrenzt Schutz vor Risiken durch etwaige Schäden durch Naturgewalten erwarten. Die Teilnahme an Straßenverkehr beinhalte Risiken, die dem allgemeinen Lebensrisiko eines Straßennutzers zuzurechnen sind. Hintergrund der Rechtsstreitigkeit war folgender Fall: Im Fränkischen Jura hatte eine Frau eine öffentliche Straße mit dem Fahrzeug ihres Mannes befahren. Im Verlauf der Straße wurde durch mehrere Schilder immer wieder vor der Gefahr durch Steinschlag gewarnt. Das Risiko realisierte sich leider, da plötzlich auf die Straße rollende Gesteinsbrocken das Fahrzeug erheblich beschädigten. Der Fahrzeugbesitzer warf der zuständigen Srtraßenmeisterei die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor, da ja bekannt sei, dass es auf der Strecke häufiger zu Felsabbrüchen kommt. Das Aufstellen von Warnschildern sei daher nicht ausreichend, vielmehr sei eine ständige Kontrolle von Felsabbrüchen notwendig, zumal es in den Tagen vor dem Schadensereignis heftigen Dauerregen gab. Grundsätzlich schloss sich das Gericht der Forderung des Klägers an, dass die entsprechenden Behörden der Verantwortung aus der Verkehrssicherungspflicht nachkommen müssen. Da aber nachweislich regelmäßige Kontrollen in kurzen Abständen vorgenommen wurden, bei denen keine Besonderheiten festzustellen waren, könne eine Verletzung der Vorsorgepflicht nicht festgestellt werden. Ein Verkehrsteilnehmer könne bei der Nutzung öffentlicher Straßen keinen öffentlichen Schutz vor allen möglichen Naturgewalten erwarten. Im Fall des Klägers habe sich lediglich das allgemeine Lebensrisiko verwirklicht. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Anzahl der Riester-Verträge steigt auch in 2016

Seit 2002 fördert der Staat die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen im Rahmen der Riester-Verträge, deren alternative Sparformen nach und nach weiter aufgefächert wurde. Es gibt unterschiedliche Sparformen der Riester-Rente und auch den Spar-Riester für den Erwerb von Wohneigentum. Auch in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 ist die Anzahl der Verträge stark gestiegen, laut Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bestehen gegenwärtig 16,49 Millionen geförderte Riester-Verträge. Anspruch auf Förderung besteht für alle Personen, die als “unmittelbar” zulageberechtigt gelten. Dazu gehören alle in der gesetzlichen Pflichtversicherung versicherten Arbeitnehmer, versicherungspflichtige Selbständige wie Künstler oder freiberufliche Hebammen, aber auch Beamte. Förderfähig sind ebenfalls die Ehegatten eines unmittelbar Zulageberechtigten unabhängig von dessen beruflicher Tätigkeit. Um einen prinzipiellen Anspruch auf Förderung zu haben, muss mindestens ein Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr in einen Riestervertrag gezahlt werden. Die volle Förderung erhält, wer 4% seines letzten Jahres-Bruttoeinkommens als Beitrag über ein Jahr einzahlt. Bei voller Förderung erhält der Sparer eine Grundzulage von 154 Euro, zusätzlich für jedes Kind, für das Kindergeldanspruch besteht,  184 Euro, für Kinder, die ab 01.01.2008 geboren sind, sogar 300 Euro. Zusätzlich sind alle eingezahlten Beiträge bis zu 2.100 Euro jährlich steuerlich abzugsfähig. Lassen Sie sich von Ihrem Versicherungsfachmann beraten!