Altersrente – Einheitsrente! Von der törichten Gleichgültigkeit!

Immer wieder erlebt man in Gesprächen mit jüngeren Menschen, dass sie sich auf die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr verlassen, gleichzeitig aber auch keine Notwendigkeit empfinden, eine private Altersvorsorge aufzubauen. “Egal was man einzahlt, am Ende bekommen dann doch eines Tages alle das gleiche. Der Staat kann die Menschen ja nicht verhungern lassen!” Aber wer ist der “Staat”? Niemand anderes als wir selbst; also zahlen wir eines Tages für uns durch uns selbst? Womit? An wen genau was? Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass diese mutlose Haltung vager Gleichgültigkeit wohl doch an der Realität einer demokratischen Gesellschaft vorbeigeht, in der die Notwendigkeit, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, auch zu individuellen Leistungen und Ansprüchen führt. Wer sein Arbeitsleben lang nicht unbeträchtliche monatliche Zahlungen an eine staatliche Rentenversicherung zahlt, wird kaum hinnehmen, dass der, der nicht gezahlt hat, dasselbe erhält. Gerechtigkeit führt nicht zu Ergebnisgleichheit, d.h. alle haben gleich viel, sondern zum Anrecht auf die individuellen Ansprüche aus eigen erbrachten Leistungen. Daran kann und wird in einer freiheitlichen Gesellschaft die Politik nichts ändern. Also schlechte Zeiten für Gleichgültige und Menschen ohne Verantwortungsbewusstsein für sich selbst. Übrigens: denken Sie auch an Ihre zusätzliche private Altersvorsorge!

Angst vor Altersarmut wächst

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat in einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Personen im erwerbstätigen Alter von 18 bis 65 Jahren das Thema “Angst vor Altersarmut” erörtert und festgestellt, dass die Furcht vor einer solchen Situation innerhalb nur eines Jahres um 7% gestiegen ist. 2015 gaben 69% aller Befragten an, sich Sorgen über ihre Einkommenssituation im Alter zu machen, 2016 waren es bereits 76%. Schüler, Auszubildende, Studenten und Rentner im Vorruhestand wurden dabei nicht befragt. Nur 5% der Befragten glaubten, dass es ihnen im Alter besser gehe als gegenwärtig.

Anspruch und Wirklichkeit

Nur 32% aller Befragten gaben an, bereits einen Vertrag zur Sicherung der Alterseinkünfte zu besitzen, aber nur 5% waren der Meinung, damit bereits ausreichend vorgesorgt zu haben. Das Bewusstsein von der großen Problematik der Altersarmut ist also im Grunde recht hoch, nur hinkt das Handeln offenbar hinterher. Als Grund dafür wird meistens auf die gegenwärtige Einkommenssituation verwiesen. Dabei wird meistens übersehen, dass gerade für geringe Einkommen dennoch Möglichkeiten der Vorsorge bestehen, wenn die staatlichen Förderungen in Anspruch genommen werden. Bereits mit geringsten Beiträgen bei geringem Einkommen erzielt ein Riester-Vertrag hohe staatliche Zulagen. Welchen Grund gibt es, staatliche Förderung auszuschlagen? Lassen Sie sich bei Ihrem Versicherungsfachmann beraten!

Häufigste Gründe für Erwerbsminderung

Psychische Erkrankungen waren im Jahr 2015 der mit Abstand häufigste Grund für die Einstufung eines Arbeitnehmers als erwerbsgemindert. Bei fast 43% aller Personen war das der Fall. Auf Platz zwei lag Krebs, gefolgt von Skelett-, Muskel- und Bindegewebserkrankungen. Danach kamen mit 9% die Herz- und Kreislauferkrankungen. Im Vergleich von Männern und Frauen ist auffällig, dass der Prozentsatz psychisch erkrankter Frauen weitaus größer ist als der bei Männern. Die liegen dafür bei Herz- und Kreislauferkrankungen vor den Frauen.

Die Höhe der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente hängt von der Höhe des individuellen Einkommens und der Art der Erwerbsminderung ab. Wer nur noch weniger als drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente, wer drei und mehr Stunden tätig sein kann, erhält die kleine Erwerbsminderungsrente. Lassen Sie sich aber nicht täuschen, denn die Rentenhöhen sind gering und liegen im Durchschnitt beider Rentenarten zwischen 385,- und 711,-! Wie die Zahlen verdeutlichen, reichen die staatlichen Leistungen für den Fall der Berufs- oder Erwerbsminderung nicht aus, um die gewohnte Lebensweise weiterzuführen. Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch Lösungen an. Selbst Verbraucherberatungen und -Schutzverbände raten zum Abschluss einer Berufs- und Erwerbsminderungsrente.

Kann man für falsches Parken den Führerschein verlieren?

Oh ja! Es kommt wohl darauf  an, wie oft man sich Ordnungswidrigkeiten zu schulden kommen läßt. Das Verwaltungsgericht Berlin hat dazu jetzt ein Urteil gefällt (Az.: 11 L 432.16). Ein Führerscheininhaber hatte innerhalb von zwei Jahren insgesamt 88 Verkehrs-Ordnungswidrigkeiten begangen, davon waren 83 Parkverstöße. Die  zuständige Behörde hatte Zweifel an der grundsätzlichen Bereitschaft, sich an Verkehrsvorschriften zu halten und damit Zweifel an der Fahreignung im Allgemeinen. Sie forderte den Verkehrsteilnehmer zur Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens auf. Dieser Aufforderung kam der Betroffene aber nicht nach. Das hatte den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge.

Einspruch, Euer Ehren!

Dagegen ging der Betroffene vor Gericht, da er die Gewichtung von Parkverstößen als nicht ausreichend für den Führerscheinentzug ansah. Das sah das Gericht aber ganz anders. Die notorische Mißachtung von Verkehrsregeln zeige ein grundsätzliches Desinteresse an Verkehrsvorschriften, die der Sicherstellung der allgemeinen Verkehrssicherheit dienten. Auch der Hinweis, dass einen Teil der Widrigkeiten durch dessen Ehefrau begangen wurde, galt nicht als entkräftend, da er scheinbar nichts unternommen hätte, die verkehrsrechtlich fragwürdige Nutzung seines Fahrzeugs zu unterbinden. Vielmehr stellte das Gericht einen charakterlichen Mangel fest, der das Führen eines Fahrzeugs nicht erlaube.

Die Rente verliert an Wert

In den vergangenen Jahren war die Inflationsrate im Euro-Raum sehr gering. Mittlerweile ändert sich das wieder, was zu einem Kaufkraftverlust des Geldes führt, damit auch der Altersrente. Und da die Rentenhöhe eines gesetzlich Versicherten nur einen Bruchteil des bisherigen Einkommens bedeutet, schlägt die Inflationsrate in ihrer Wirkung bei den Rentenempfängern besonders hart durch. Zwar gibt es eine jährlich vorgeschriebene gesetzliche Rentenanpassung, die aber bei weitem die Summe der Inflationsraten nicht ausgleicht. Die Rente verliert an Kaufkraft, an Wert! Vorausgesetzt ein Rentner hat die Regelaltersgrenze erreicht und 45 Jahre gearbeitet, dann kann er auf 48% von letzten Bruttoeinkommen als Altersrente hoffen. Aber die meisten erfüllen diese Kriterien nicht. Zusätzlich wird das durchschnittliche Rentenniveau bis 2030 auf 44,5% sinken.

In der so dringend benötigten privaten Altersvorsorge sollte daher auch die Inflationsrate mitberücksichtigt werden. Vertraglich lassen sich entsprechende Steigerungen im Leistungsbezug vereinbaren. Wer meint, auf eine private Zusatzrente oder eine sonstige regelmäßige Sparrate als Altersvorsorge verzichten zu können, geht einer Existenz in Altersarmut entgegen!