Wieder Sturm über Deutschland

Sturm “Herwart” hat am Wochenende Deutschland in weiten Teilen heftig durchgeschüttelt. Hatten wir das nicht schon vor drei Wochen? Entwurzelte und gebrochene Bäume, von herabfallenden Ästen demolierte Autos, kaum Zugverkehr wegen versperrter Streckenführung? Diesmal kam an der Nordseeküste Sturmflut und Überschwemmung dazu. Die Folge: vollgelaufene Tiefgaragen in der Hamburger Hafencity und Auto-Rettungs-Aktionen am Blankeneser Strandweg. Die Schadenbilanz ist heftig! Auf Nordseeinseln riss das Meer ganze Strandabschnitte weg, meterhohe Abbruchkanten entstanden. Täuscht die Wahrnehmung, dass das immer häufiger und heftiger passiert, oder gab es das früher nicht auch immer wieder mal? Die Wahrnehmung täuscht nicht wirklich. Zwar sind alle bisherigen Ereignisse in ihrem Umfang im Rahmen dessen, was immer schon mal passierte, aber die Häufung, mit der sich diese Ereignisse einstellen, ist deutlich höher als in früheren Zeiten. Es lässt sich also im einzelnen kein Ereignis an sich auf die sich verändernden Klimabedingungen zurückführen, aber klar ist, es tut sich was!

Die Naturwissenschaft arbeitet mit klaren, konsekutiven Argumentationsketten. Keine Wirkung ohne Ursache, wenn….dann! Dennoch tun sich die Meteorologen mit der Erklärung einzelner Wetterereignisse schwer. Also ist das alles doch nicht die Folge des Klimawandels? Doch schon, nur der genaue Wirkmechanismus ist wissenschaftlich schwer zu beschreiben, da unendliche viele Details im Zusammenwirkung das Gesamtphänomen ausmachen und dann sieht die logische Folge von “wenn – dann” eben entsprechend komplex aus. Und da die Wirkungen offensichtlich sind und uns viel Not bereiten, können wir uns bezüglich der Ursachen eben nicht beruhigt zurücklehnen. Alles scheint zwar “natürlich”, aber nicht in der Schnelligkeit, mit der sich alles entwickelt. Da wäre es geradezu fahrlässig und töricht, nicht den menschlichen Einfluss auf die Natur zu betrachten. Wer den Klimawandel leugnet, glaubt vielleicht auch, die Erde sei eine Scheibe!

Auf Gehwegen parken – das kommt teuer!

Das Verwaltungsgericht Neustadt hat kürzlich ein interessantes Urteil gefällt (Az.: 5 K 902/16.NW). In der Innenstadt von Ludwigshafen parkte ein PKW verkehrswidrig auf einem Gehweg. Eine vorbeikommende Polizistin rief einen Abschleppdienst, um das Fahrzeug entfernen zu lassen. Kurz nach Eintreffen des Abschleppfahrzeugs traf auch der Fahrer und Halter des parkenden PKW ein. Die Abschlepp-Aktion wurde abgebrochen, der Fahrer fuhr davon. Einige Tage später bekam der Fahrer des PKW von der Verwaltung der Stadt die weitergereichte Rechnung für die Leerfahrt des Abschleppunternehmens und dazu eine entsprechende Verwaltungsgebühr wegen Verstoß gegen die StVO, Paragraph 12, Absatz 4 und 4a. Der Fahrer aber weigerte sich zu zahlen. Seiner Ansicht nach habe er niemanden behindert und daher habe es auch keinen Grund für ein Abschleppen gegeben.

Störung der öffentlichen Sicherheit

Das Neustadter Verwaltungsgericht sah das ganz anders. Zwar sei es korrekt, das das Parken auf einem Gehweg nicht notwendigerweise ein Abschleppen nach sich zöge, aber es sei erstens generell eine Ordnungswidrigkeit im Sinne der StVO und zweitens im vorliegenden Fall höchst geboten gewesen, da die Klärung der Sachlage vor Ort ergeben habe, dass das Fahrzeug des Parkers auf dem Gehweg Rollstuhlfahrer und Nutzern von Kinderwagen zum Ausweichen über die Fahrbahn gezwungen hätte, was eine unmittelbare Störung der öffentlichen Sicherheit verursacht habe. Die Weitergabe der Abschleppkosten und die Gebühr für die Ordnungswidrigkeit seinen rechtlich voll statthaft. – Eigentlich doch verständlich, oder?

Wenn zwei Fahrzeuge rückwärts fahren…

Crash!!! Können Sie nicht aufpassen!!!??? Wieso ich? Sie! – Wenn zwei Fahrzeuge rückwärts fahren, z.B. auf einem Parkplatz beim Ausparken, kann man schnell die Übersicht verlieren. Geschieht im Alltag immer wieder. Und genauso regelmäßig landen solche Fälle dann vor Gericht, da die Verkehrslage bei einer solchen Aktion nur schwer zu überschauen ist. Meistens enden solche gerichtlichen Bemühungen mit der Verteilung der Schuld zu gleichen Teilen, aber warum. Das Problem in der Konstellation liegt darin, dass im nach hinein meist nicht feststellbar ist, ob eines der beteiligten Fahrzeuge vor dem Crash stand – und vor allem wie lange diese Ruhephase beim ausparken dauerte. Um einem beteiligten Verkehrsteilnehmer eine angemessene Reaktionszeit zu geben, um auf ein “stehendes” Hinderniss in der Rückwärtsfahrt zu reagieren, bedarf es mindestens zwei bis drei Sekunden. Trifft dies nicht zu, kann nicht von einer eindeutigen Schuldzuweisung an eine beteiligte Seite ausgegangen werden. Also: rückwärts nur langsam und bedächtig!

Bahnübergänge – Orte des Leichtsinns

Eigentlich ist es nicht zu glauben, wie viele Autofahrer an Bahnübergängen ohne Vollschranke waghalsige Manöver ausführen. Obwohl die Lichtzeichen blinken und die Halbschranken die Durchfahrt verhindern sollen, gibt es die “ganz besonderen” Autofahrer, die die Halbschranken umkurven, um noch schnell den Bahnübergang zu passieren. Nicht selten kommt es dabei zu extrem gefährlichen Situationen, denn bei der Begegnung zwischen PKW und Eisenbahn geht das in der Regel nicht gut für den PKW aus. Sie glauben nicht, was Sie hier lesen? Nein, diese Meldung ist kein Aprilscherz! Jährlich verlieren ca. 50 Personen an Bahnübergängen mit Halbschranken ihr Leben. Eine Aktuelle Analyse, die im Zeitraum von 2005 bis 2011 dokumentierte Vorfälle untersuchte, kommt zu dem Ergebnis, dass in 84% aller Vorfälle nicht die Technik, sondern der Mensch versagt. Die einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, wäre die komplette Ausstattung aller Bahnübergänge mit Vollschranken, was einerseits sehr teuer ist und andererseits nicht in allen Fällen technisch möglich. Man könnte ja auch davon ausgehen, dass man einen Bahnübergang mit bereits heruntergefahrener Halbschranke und Blinklicht nicht überfährt.