Arztbesuch mit überraschenden Folgen

Ein Arztbesuch vor Arbeitsbeginn endete mit einem Wegeunfall und hatte für den Betroffenen überraschende Folgen. In Absprache mit seinem Arbeitgeber wollte ein Arbeitnehmer vor Arbeitsbeginn noch einen Arzttermin wahrnehmen, was zu einem verspäteten Arbeitsbeginn führte. Damit war der Arbeitgeber einverstanden. Auf dem anschließenden Weg zur Arbeit verunfallte der Betroffene mit dem Rad. Zur Deckung der finanziellen Folgen des Unfalls wollte der Arbeitnehmer die gesetzliche Unfallversicherung in Anspruch nehmen und erhielt dazu eine Ablehnung. Sowohl die Vorinstanz wie anschließend das Bundessozialgericht gaben dem Träger der gesetzlichen Unfallversicherung Recht. Konkret sah der Fall folgendermaßen aus: Der besuchte Arzt lag nördlich des Wohnortes, der Arbeitsort aber südwestlich. Der Unfall ereignete sich, noch bevor der Arbeitnehmer seinen gewohnten Weg zur Arbeit wider erreicht hatte. Zusätzlich muss beachtet werden, dass ein versicherter Betriebsweg in unmittelbarem Betriebsinteresse zurückgelegt werden muss, in diesem Fall der Arztbesuch mit einer betriebsbedingten Erkrankung zu tun haben müsse. “Auf einem solchen Weg befand sich der Kläger unmittelbar vor dem Unfallereignis nicht, weil er die Arztpraxis aufsuchte, um im eigenwirtschaftlichen Interesse die regelmäßig erforderliche Kontrolle seiner Blutwerte zur Medikamenten-Einstellung durchführen zu lassen”, so das Bundessozialgericht (Az.: B 2 U 16/14 R). Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass der Arztbesuch mit Billigung des Arbeitgebers erfolgte. Anders wäre der Fall zu beurteilen, wenn der Umweg zu einem “dritten Ort” mit einer längeren Verweildauer an diesem Ort zusammenfiele, die mindestens zwei Stunden hätte dauern müssen. Andernfalls würden alle “Umwege” auf dem Weg zur Arbeit und zurück zu einer unverhältnismäßigen  Ausweitung des Begriffs “Wegeunfall” und einer unangemessenen Inanspruchnahme von Versicherungsschutz führen. Mit einer privaten Unfallversicherung lässt sich ein nicht ausreichender oder durch die Situation gar nicht vorhandener gesetzlicher Unfallschutz ausgleichen und ergänzen. Die private Unfallversicherung deckt alle Unfallsituationen, 24 Stunden am Tag, weltweit!