Ausgleich bei verspäteten Flügen – der Europäische Gerichtshof hat entschieden

Kommt ein Reisender verspätet am Zielflughafen an, so besteht grundsätzlich ein Ausgleichsanspruch, auch wenn der Flug aus mehreren Teilflügen besteht. Grundlage für das Urteil war ein Flug, der von Bremen über Paris nach Sao Paulo und Asuncion gehen sollte. Da die Maschine in Bremen mit mehr als zweistündiger Verspätung startete, und der Anschluss in Paris für den Flug der Air France nicht mehr gegeben war, betrug die letztendliche Verspätung in Asuncion mehr als 11 Stunden. Reisende verlangten daher von der Air France eine Entschädigung. Die französische Fluggesellschaft verweigerte diese, da sie die Verspätung in Bremen zwar verschuldet hatte, diese aber weniger als drei Stunden ausmachte, das Zeitfenster, ab dem ein Ausgleichsanspruch besteht. Das Gericht sah hier jedoch eine Ungleichbehandlung zu Reisenden gegeben, deren Flug zwar pünktlich startet, die aber dennoch den Zielort erst mit Verspätung erreichten. Aus diesem Grund bekamen die Kläger recht gesprochen, Air France muss eine Kompensation in Höhe von 600 Euro an jeden Fluggast bezahlen. Diesen Rechtsweg bis hin zum Europäischen Gerichtshof einzuschlagen, ist teuer. Mit der Zunahme der Flugreisen kann aber inzwischen jeder Fluggast in die Situation kommen, dass er Regressforderungen geltend machen möchte. Um eine solche Forderung anzustreben, ist eine bestehende Rechtsschutzversicherung eigentlich unabdingbar. Sie übernimmt die Kosten auch dann, wenn das Verfahren zuungunsten des Reisenden ausgeht.