Änderungen in der Pflegeversicherung 2017

Mit Beginn des Jahres 2017 gibt es nachhaltige Änderungen in der Pflegeversicherung. Bisher wurde der Umfang des Pflegebedarfs einer Person entsprechend des reinen Zeitaufwand in drei Pflegestufen eingeteilt. Dabei spielte der geistige Zustand einer Person bei sonstiger körperlicher Unversehrtheit keine Rolle, sehr zum Nachteil an Demenz erkrankter Menschen. Mit der Neudefinition des Pflegebegriffs in fünf Grade wird nun nicht mehr auf den Zeitaspekt des Pflegeumfangs geschaut, sondern ausschließlich auf die Frage, in welchem Maße eine Person noch in der Lage ist, Verrichtungen des Alltags selbstgesteuert auszuführen. Das bedeutet für Menschen mit Demenz eine ganz neue Einstufung, nämlich generell zwei Stufen höher als ohne diese schreckliche Erkrankung. Menschen, die bereits einer Pflegestufe zugeordnet sind, werden nach der neuen Regelung nicht neu untersucht, sondern generell in den nächst höheren Pflegegrad eingestuft. Niemand soll durch die Neuregelung also schlechter gestellt sein. Für Menschen in stationärer Pflege wird es in Zukunft einen festen finanziellen Eigenanteil an den Kosten geben im Gegensatz zum alten Modell, wo dieser Anteil durch den Umfang des Gesamtpflegeaufwands berechnet wurde. Wie wird nun der finanzielle Mehraufwand, der sich aus der Neuregelung ergibt, aufgebracht? Es erhöht sich der Beitragssatz, der vom gesetzlichen zu versteuernden Bruttoeinkommen gezahlt werden muss, um 0,2% – auf 2,55% und 2,8% für Kinderlose. Dennoch bleibt immer noch für jeden ein Restanteil an den Kosten, der privat aufgebracht werden muss. Diese Lücke schließt sich durch den Abschluß einer privaten Pflegeversicherung. Dazu berät Sie Ihr Versicherungsfachmann gern!

Die Angst vor Demenz

Nach Krebs ist Demenz die am häufigsten gefürchtete Krankheit bei den Bundesdeutschen. Damit sieht sich jeder zweite Erwachsene in der Gefahr. Das Bundesministerium für Gesundheit hat diese Besorgnis zum Anlass genommen, auf ihrem Web-Portal umfangreich darüber zu informieren. Gegenwärtig leben nach Angaben des BMG ca. 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird, auch wenn die Gesamtbevölkerung abnimmt. Auch wenn viele Menschen Angst vor Demenz verspüren, ist über das Krankheitsbild und das medizinische Phänomen nicht wirklich viel bekannt. Wer weiß schon, dass das Wort Demenz als Oberbegriff für 50 verschiedene Krankheitsbilder steht, darunter auch Alzheimer, was bei Demenz Erkrankten mit einer Häufigkeit von 75% auftritt. Tatsächlich ist das Krankheitsbild Demenz vielfältiger als die meisten glauben. Neben der zunehmenden Vergesslichkeit treten im fortgeschrittenen Verlauf auch häufig Sprachschwierigkeiten eine Störung des Orientierungssinn und der Verlust des Zeitgefühls auf. Oft zu beobachten sind auch Antriebslosigkeit, plötzliche Stimmungsschwankungen zwischen Depression und Aggression und Unsicherheit beim Gehen. Die Diagnose Demenz ist nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen ein schwerer Schlag. Pflege ist eine große körperliche, psychische und auch finanzielle Herausforderung. Je nach Entwicklung der Krankheit sind Erkrankte schon bei alltäglichen Tätigkeiten wie Essen, Trinken und Körperpflege auf Hilfe anderer angewiesen. Da die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung meist die anfallenden Kosten nicht deckt, empfiehlt  das BMG den rechtzeitigen Abschluss einer ergänzenden, privaten Pflegeversicherung. Wer sich als Betroffener oder Angehöriger umfassend informieren will über alle Aspekte des Krankheitsbildes wie der Pflege, kann dies auf dem eigens dafür eingerichteten Web-Portal www.wegweiser-demenz.de tun.Auch auf die Rechte und Pflichten von Betroffenen und Angehörigen wird dort eingegangen.