Perspektiven des Klimawandels

Das Potsdamer Institut für Klimaforschung hat gerade eine neue Studie zur Entwicklung des Klimawandels veröffentlicht. Da nach haben wir uns mit der seit Jahren erkennbaren Tendenz zur Zunahme von außerordentlichen Witterungslagen in dynamischem Tempo auseinanderzusetzen. Das Institut äußert sich vor allen über die Notwendigkeit baulicher Sicherungsmaßnahmen zur Begrenzung von Schadenszenarien wie bei extremen Hochwasserständen von Fluß- und Bachläufen und Sturmfluten an den Küsten. Die Kosten gerade für die Verdeichung der Küsten Niedersachsens und Schleswig-Holsteins werden  exorbitant werden.

Wer vor diesem Hintergrund sein eigenes Gebäude nicht mit einem Elementarbaustein in der Gebäudeversicherung gegen finanzielle Folgen schützt, handelt geradezu fahrlässig.

Wieder Sturm über Deutschland

Sturm “Herwart” hat am Wochenende Deutschland in weiten Teilen heftig durchgeschüttelt. Hatten wir das nicht schon vor drei Wochen? Entwurzelte und gebrochene Bäume, von herabfallenden Ästen demolierte Autos, kaum Zugverkehr wegen versperrter Streckenführung? Diesmal kam an der Nordseeküste Sturmflut und Überschwemmung dazu. Die Folge: vollgelaufene Tiefgaragen in der Hamburger Hafencity und Auto-Rettungs-Aktionen am Blankeneser Strandweg. Die Schadenbilanz ist heftig! Auf Nordseeinseln riss das Meer ganze Strandabschnitte weg, meterhohe Abbruchkanten entstanden. Täuscht die Wahrnehmung, dass das immer häufiger und heftiger passiert, oder gab es das früher nicht auch immer wieder mal? Die Wahrnehmung täuscht nicht wirklich. Zwar sind alle bisherigen Ereignisse in ihrem Umfang im Rahmen dessen, was immer schon mal passierte, aber die Häufung, mit der sich diese Ereignisse einstellen, ist deutlich höher als in früheren Zeiten. Es lässt sich also im einzelnen kein Ereignis an sich auf die sich verändernden Klimabedingungen zurückführen, aber klar ist, es tut sich was!

Die Naturwissenschaft arbeitet mit klaren, konsekutiven Argumentationsketten. Keine Wirkung ohne Ursache, wenn….dann! Dennoch tun sich die Meteorologen mit der Erklärung einzelner Wetterereignisse schwer. Also ist das alles doch nicht die Folge des Klimawandels? Doch schon, nur der genaue Wirkmechanismus ist wissenschaftlich schwer zu beschreiben, da unendliche viele Details im Zusammenwirkung das Gesamtphänomen ausmachen und dann sieht die logische Folge von “wenn – dann” eben entsprechend komplex aus. Und da die Wirkungen offensichtlich sind und uns viel Not bereiten, können wir uns bezüglich der Ursachen eben nicht beruhigt zurücklehnen. Alles scheint zwar “natürlich”, aber nicht in der Schnelligkeit, mit der sich alles entwickelt. Da wäre es geradezu fahrlässig und töricht, nicht den menschlichen Einfluss auf die Natur zu betrachten. Wer den Klimawandel leugnet, glaubt vielleicht auch, die Erde sei eine Scheibe!

Hochwasser weit ab von Flüssen und Seen

Die meisten Hausbesitzer sind der Meinung, dass Ihre Immobilie nicht von Hochwasser bedroht sei. Dies ergab eine Umfrage des Forsa-Instituts im Jahr 2014. Als Begründung dient in der Regel der Hinweis auf die Distanz zu Seen und Flüssen. Die Erfahrungen der letzten Jahre hat aber gezeigt, dass Witterungseinflüsse wie Stark- und Dauerregen große und flächendeckende Schäden auch in Gebieten verursachen können, die nicht durch ihre spezifische Lage in Risikogebieten ausgelöst wurden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft weist darauf hin, dass bei der großen Flut im Jahr 2013 insgesamt 85% aller versicherten Schäden abseits von Flüssen und Seen entstanden. Rückstau und der dadurch überflutete Keller sind meist unabhängig von der Lage eines Gebäudes. Grund für diese Schäden ist die Überforderung der abführenden Leitungssysteme der Kanalisation. Dazu kommt, dass zu den Elementarschäden auch die Folgen von Schneedruck, Lawinen, Erdrutsch, Erdsenkung und Erdbeben gezählt werden. Fällt der “Starkregen” durch die Jahreszeit nicht als Regenwasser, sondern als Schnee, ist das Dach eines Gebäudes in seiner Stabilität schnell überfordert.

Ebenso falsch ist die weit verbreitete Annahme, dass nur wenige Gebäude gegen Elementarschäden versicherbar sind. Nach Angaben des GDV können 99% der Gebäude in Deutschland gegen Naturgefahren versichert werden. Dies ist dadurch möglich, dass heutzutage eine sehr viel genauere Risikoanalyse zu Hochrisikozonen vorliegt, wie es sie vor Jahren noch nicht gab. In fast alle Versicherungspolicen, die Gebäude absichern, lässt sich die Elementardeckung einbauen. Es kostet weniger, als sie glauben!

Nicht jeder Schaden durch Starkregen ist ein Elementarschaden

Die sich offensichtlich zunehmend einstellende Veränderung klimatischer Rahmenbedingungen führt zunehmend zu Schäden an Gebäuden, die als Elementarschäden wahrgenommen werden. Häufig kommt es dabei zu irrtümlichen Annahmen von Schäden, die aber keine wirklichen Elementarschäden darstellen. Starkregen ist unangenehm, aber auch in unseren geografischen Breiten nichts wirklich Ungewöhnliches. Dabei ist es egal, ob der Regen 3 Stunden oder 3 Tage dauert. Ein Gebäude, dass nach Konstruktion und Beschaffenheit der Bausubstanz in korrektem Zustand ist, erleidet durch Starkregen keinen (Elementar)Schaden. Durchnässtes Mauerwerk nach 3 Tagen Starkregen deutet auf eine nicht intakte Bausubstanz oder auf eine fehlerhafte Konstruktion oder Bauausführung. Bildet sich bei Starkregen jedoch durch die Wassermassen ein Rückstau, der von der Kanalisation nicht aufgenommen werden kann und der Keller eines Hauses läuft durch die abführenden Rohre voll, liegt die Entstehung des Schadens in einer temporären Ausnahmesituation der Wasserableitung, die durch das elementare Ereignis einer plötzlich unverhältnismäßigen Menge Regenwassers ausgelöst wurde. In diesem Fall handelt es sich um einen tatsächlichen Elementarschaden. Hier noch ein sehr anschauliches Beispiel. In Folge einer sehr umfangreichen Baumaßnahme veränderte sich der Grundwasserspiegel einer ganzen Region. Ein in dieser Region stehenden Haus, das über hundert Jahre alt war, hatte nach längerer Zeit durchnässte Kellerwände. Die von diesem Schaden informierte Versicherung lehnte die Regulierung ab. Es stellte sich heraus, dass der aussenwandige  Feuchtigkeitsschutz des Gebäudes seit Bestehen des Gebäudes nie erneuert wurde und nun dem veränderten Grundwasserspiegel nicht mehr gewachsen war. Der Schaden war also nicht direkte Folge eines neuen Grundwasserspiegels, sondern das Ergebnis eines objektiven Baumangels, der vom Hausbesitzer längst hätte behoben werden müssen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass eine Gebäudeversicherung, ob mit oder ohne Elementarschaden-Deckung keine Baumängel, weder konstruktive noch nutzungs- oder alterungsbedingte, und ihre Folgen versichert. Für die Erhaltung eines Gebäudes muss der Besitzer aufkommen.

Stürme bis hin zu Tornados verursachen regelmäßig hohe Sachschäden

Auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 haben schwere Wetterlagen, meist Stürme bis zu Tornado-Stärke kostspielige Schäden an Gebäuden verursacht. Dabei fällt auf, dass es immer häufiger zu meteorologischen Phänomenen kommt wie Windhosen, die mit ungeheurer Kraft schmale Schneisen in die Landschaft schneiden. Dabei muss die gesamte Wetterlage gar keinen extremen Sturm aufweisen. Diese meist sehr begrenzten lokalen Ereignisse gehen aber dafür mit einer unglaublichen Zerstörungskraft einher. Da fliegen nicht einzelne Dachziegel durch die Luft, sondern ganze Dächer! Aber auch schon ab Windstärke acht brechen Äste von Bäumen, bei einer Windgeschwindigkeit von 75 kmh werden Dachziegel und Kaminhauben abgehoben, ab ca. 90 kmh Windgeschwindigkeit werden ganze Dächer abgedeckt. Es gibt aber leider immer noch Gebäudeversicherungs-Verträge, die das Risiko eines Sturmschadens nicht mit einschließen. Sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsfachmann ausführlich über Ihren Gebäude-Vertrag, um in jedem Falle die klassischen Risiken Feuer, Leitungswasser und Sturm abzudecken. Ist das Gebäude vom Besitzer selbst bewohnt, reicht für Schäden, die durch das Gebäude entstehen zur Deckung die eigene private Haftpflichtversicherung. Ist das Gebäude zur Fremdnutzung vermietet, bedarf es einer gesonderten Immobilienhaftpflicht. Fragen Sie nach, damit Sie im Schadenfall nicht das Nachsehen haben!

Sturm und Hagel verursachen immer höhere Schäden

Der Deutsche Wetterdienst hat festgestellt, dass 2015 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 war. Wärmer war nur noch das Vorjahr 2014. Expertenmeinungen sagen deutlich, dass dies der Hauptgrund für die rasante Zunahme von Naturkatastrophen ist. Im Jahr 2015 zahlten deutsche Versicherer 2,6 Milliarden Euro an ihre Kunden für die Folgen von Sturm, Hagel und Starkregen. Meist sind es Policen aus den Bereichen Hausrat und Gebäudeversicherung, die diese Schäden decken, vorausgesetzt, die Risiken für Elementar-Schäden sind darin mit abgedeckt. Nicht zu unterschätzen sind die Schäden an Kraftfahrzeugen, die durch Naturkatastrophen verursacht wurden. 325.000 Fahrzeuge wurden durch Sturm und Hagel beschädigt, 1.250 Fahrzeuge durch Überschwemmung. Gesamtkosten für beides 655 Millionen Euro. Es ist aber nicht allein die Zunahme der Häufigkeit, die große Sorgen macht, sondern auch das Ausmaß einzelner Schadenereignisse. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft sagt dazu: “Die Natur zeigte 2015 wieder einmal, worauf wir uns einstellen müssen. Nur ein einziger Sturm verursachte ein Drittel aller Schäden.” Gemeint damit war der Wintersturm Niklas im März 2015, der allein 750 Millionen Schaden an Gebäuden anrichtete.

Naturkatastrophen produzieren Millardenschäden

Es gab im ersten Halbjahr 2016 zwar weniger Naturkatastrophen-Ereignisse als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres, die Schadenssumme dieser Ereignisse hat sich aber weltweit dennoch erhöht. Die Gesamtsumme beläuft sich weltweit auf 70 Milliarden US-Dollar, das sind 63,3 Milliarden Euro. Allein in Mai und Juni 2016 waren das europaweit 5,4 Milliarden Euro, wovon fast die Hälfte allein auf Deutschland fiel. 40% all dieser Schäden waren versichert, 60% hatten keine Deckung durch Versicherungspolicen, weil entweder gar keine Versicherungen bestanden oder in bestehenden Policen das Elementarrisiko nicht mitversichert war. Das verwundert schon angesichts der Tatsache, dass sich Ereignisse wie Starkrniederschläge und Sturmereignisse, wie sie häufig im Frühjahr vorkommen, seit seit 1950 bis heute fast verdoppelt haben. Obwohl diese Klimaphänomene wochenlang die Medien beschäftigen und einen Großteil der Nachrichtenberichte füllen scheint das Bewußtsein von der Gefährdung des eigenen Hab und Gut nur bei denen vorhanden zu sein, die von der Not betroffen sind. Das St. Florians-Prinzip, nach dem es immer nur die anderen betrifft, scheint nicht zu funktionieren. Jeder Hausrat- und Wohngebäudevertrag sollte bei Zeiten auf Elementardeckung geprüft werden. Übrigens gilt das nicht nur im privaten Bereich, sondern ebenfalls für Unternehmen und Besitzer gewerblicher Immobilien. Tragisch, wenn Naturkatastrophen unnötig die materielle Existenz vernichten! Läuft erst einmal eine Witterungswelle mit zu erwartenden Elementarschaden-Ereignissen, läßt sich die entsprechende Versicherungserweiterung zeitlich nicht mit sofortiger Wirkung einschließen, sondern mit angemessener Wartezeit – verständlich! Versicherungen arbeiten nach dem Solidarprinzip, da lassen sich potentiell große Schäden nicht erst versichern, wenn der Schaden bereits zu erwarten ist. Sorgen Sie rechtzeitig vor und werfen Sie einen Blick in Ihre Versicherungsunterlagen.