Vertrauen in das Gesundheitssystem schwindet

Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Heute und Morgen GmbH hat ermittelt, dass das Vertrauen der Bundesbürger in die Zukunft unseres Gesundheitssystems schwindet. Im Fokus steht dabei vor allem die Entwicklung der Pflegeversicherung. Sieben von zehn Bürgern haben Angst, selbst einmal pflegebedürftig zu werden und dann nicht ausreichend abgesichert zu sein. Zwei drittel der Befragten gaben zudem an, Angst vor der Pflegebedürftig naher Angehöriger zu haben. Nur 15% aller Befragten glaubten, für diese Fälle finanziell gut abgesichert zu sein.

Private Vorsorge unabdingbar                                                                                                                                                                                                                                                                      Interessant ist, dass zwar 78% der Befragten eine private zusätzliche Absicherung für den Pflegefall für notwendig erachten, aber nur sehr wenige eine solche Vorsorge betreiben. Sicherlich ist dafür auch verantwortlich, dass ein solches Engagement die Beschäftigung mit einer persönlich sehr unangenehmen Lebenssituation bedeutet, vor der man geneigt ist, vielleicht doch mit der Hoffnung, nicht betroffen zu sein, die Augen verschließt. Dabei bietet die private Versicherungswirtschaft sinnvolle Lösungsmodelle an, für die auch das Bundesministerium für Gesundheit stark wirbt. Um sich dem Thema zu nähern, bietet das BMG auf seinen Internetseiten eine Fülle von Informationen zur sozialen Pflegeversicherung. Lesen Sie dort nach, welchen Umfang der Absicherung der Staat bietet und suchen Sie dann den Rat Ihres Versicherungsfachmanns. Die Zeit vergeht schnell!

 

Habe ich Rechte als Patient?

Patienten haben oft viele Fragen: darf ich nach einer Diagnose eine Zweitmeinung einholen, kann ich einen Blick in meine Patientenakte werfen, bei stationärer Behandlung das Krankenhaus auswählen und noch vieles mehr! Tatsächlich hat der Patient eine Menge Rechte. Er darf nicht nur seine Akte einsehen, sondern sogar eine Kopie davon verlangen, sofern er die Kosten der Anfertigung bezahlt. Falls nach einer Diagnose Zweifel an daran bestehen, darf eine Zweitmeinung eingeholt werden, was aber natürlich nicht die Wiederholung aller technischen Untersuchungen (z.B. MRT) bedeutet. Übrigens darf ein Arzt kein Geld verlangen für Zusatzleistungen, den sogenannten IGeL-Leistungen, sofern eine solche Behandlung nicht ausdrücklich vom Patienten gewünscht und nach Information über die Kosten weiterhin erbeten wird. Wer sich ausführlich über seine Rechte als Patient informieren möchte, für den hält das Bundesministerium für Gesundheit die Bröschüre “Informiert und selbstbestimmt – Ratgeber für Patientenrechte” bereit, natürlich auch online zum runterladen.

Änderungen in der Pflegeversicherung 2017

Mit Beginn des Jahres 2017 gibt es nachhaltige Änderungen in der Pflegeversicherung. Bisher wurde der Umfang des Pflegebedarfs einer Person entsprechend des reinen Zeitaufwand in drei Pflegestufen eingeteilt. Dabei spielte der geistige Zustand einer Person bei sonstiger körperlicher Unversehrtheit keine Rolle, sehr zum Nachteil an Demenz erkrankter Menschen. Mit der Neudefinition des Pflegebegriffs in fünf Grade wird nun nicht mehr auf den Zeitaspekt des Pflegeumfangs geschaut, sondern ausschließlich auf die Frage, in welchem Maße eine Person noch in der Lage ist, Verrichtungen des Alltags selbstgesteuert auszuführen. Das bedeutet für Menschen mit Demenz eine ganz neue Einstufung, nämlich generell zwei Stufen höher als ohne diese schreckliche Erkrankung. Menschen, die bereits einer Pflegestufe zugeordnet sind, werden nach der neuen Regelung nicht neu untersucht, sondern generell in den nächst höheren Pflegegrad eingestuft. Niemand soll durch die Neuregelung also schlechter gestellt sein. Für Menschen in stationärer Pflege wird es in Zukunft einen festen finanziellen Eigenanteil an den Kosten geben im Gegensatz zum alten Modell, wo dieser Anteil durch den Umfang des Gesamtpflegeaufwands berechnet wurde. Wie wird nun der finanzielle Mehraufwand, der sich aus der Neuregelung ergibt, aufgebracht? Es erhöht sich der Beitragssatz, der vom gesetzlichen zu versteuernden Bruttoeinkommen gezahlt werden muss, um 0,2% – auf 2,55% und 2,8% für Kinderlose. Dennoch bleibt immer noch für jeden ein Restanteil an den Kosten, der privat aufgebracht werden muss. Diese Lücke schließt sich durch den Abschluß einer privaten Pflegeversicherung. Dazu berät Sie Ihr Versicherungsfachmann gern!

Immer mehr Krankenhausaufenthalte

Nach Aussage des Deutschen Statistischen Bundesamtes wird jeder vierte Bundesbürger einmal jährlich in einem Krankenhaus stationär behandelt. Das ist das Ergebnis eines stetigen Anstiegs. Zeitgleich gibt es aber immer weniger Krankenhäuser und damit auch Krankenbetten. Das ist einerseits Zeichen eines Abbaus von Kosten treibenden Überkapazitäten, andererseits Ausdruck einer veränderten Versorgungsform, die kürzere Aufenthaltszeiten bei reduziertem Personaleinsatz vorsieht. Ob das eine Verbesserung für den Patienten darstellt, kann kritisch hinterfragt werden. Tatsache ist, dass die Anzahlt von jährlichen Klinikaufenthalten auf einem historischen Höchststand angekommen ist. Im Jahr 2015 waren das 19,2 Millionen Aufenthalte, zehn Jahre zuvor waren es noch 16,5 Millionen. Wer vor dem Hintergrund dieser Entwicklung Wert auf eine möglichst komfortable Unterbringung und individuelle Betreuung legt, findet dafür in vielen Kliniken entsprechende Angebote für Wahlleistungen gegen Zuzahlung. Dazu gehört z.B. die Unterbringung in einem Einzelzimmer sowie die Behandlung durch den Chefarzt. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt diese Leistungen jedoch nicht. Wer dennoch eine entsprechende Leistung wünscht, kann diese durch eine Krankenzusatzversicherung bei einem privaten Anbieter absichern, ohne ein hohes Kostenrisiko einzugehen. Voraussetzung für einen solchen Vertrag ist aber, dass noch keine medizinische Maßnahme in einer Klinik angeraten ist und der allgemeine Gesundheitszustand eine Versicherbarkeit zulässt. Verständlich!

Die studentische Krankenversicherung ist zeitlich begrenzt

Ein Urteil des Bundessozialgerichts hat die Anspruchsdauer eines Studenten auf eine günstige gesetzliche Krankenversicherung definiert. Auch wenn seit Studienbeginn nahtlos Hinderungsgründe einer Erkrankung den Abschluss des Hochschulstudiums verhindern, gilt der Anspruch auf die günstige studentische gesetzliche Versicherung nicht unbegrenzt. Sie endet süätestens mit dem 37 Lebensjahr (Az.: 12 KR 17/12 R). Der Anlass war die Klage eines mittlerweile 46 jährigen Studenten, der seit seinem Studienbeginn unter dem Asperger-Syndrom leidet. 26 Jahre nach Aufnahme des Studiums wurde er von seiner gesetzlichen Versicherung in den regulären gesetzlichen Versicherungstarif umgruppiert. Dagegen ging der Student gerichtlich vor, durch mehrere Instanzen bis vor das Bundessozialgericht. Aber auch dort wurde die Klage abgewiesen. Nach Ansicht des Gerichts kommt eine Verlängerung des Anspruchs auf studentische Versicherung über das 30. Lebensjahr hinaus nur wegen medizinischer Hinderungsgründe in Frage, also Erkrankung oder Behinderung. Liegen solche Gründe vor, verlängert sich der Anspruch jedoch nicht unbegrenzt, sondern lediglich maximal um den Zeitraum, der im Ausnahmefall  für ein Hochschulstudium vorgesehen ist, also 14 Semester. Demnach endet der Versicherungsanspruch mit Vollendung des 37. Lebensjahres. Nach Ansicht der Richter verstößt dies auch nicht gegen das gesetzliche Diskriminierungsverbot. Zugunsten Behinderter bestehe kein Anspruch auf eine bestimmte Art der Durchführung der Gesundheitsversorgung.

Fit wie Schmitt! Wie fit sich Bürger im Alter fühlen

Wer mit 65 Jahren in Rente geht, fühlt sich in der Regel körperlich noch sehr fit. Das ist gut so, ändert sich aber zügig mit zunehmendem Alter. Während sich bei den 65 – 69 Jährigen nur 18% durch Krankheit eingeschränkt fühlen, sind es bei den 70 – 74 Jährigen bereits 21% und bei den über 75 Jährigen 28%. Eine Studie des Bundesministeriums für Gesundheit ergab, dass der Hauptgrund für einen stationären Krankenhausaufenthalt bei über 65 Jährigen bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich ist, und zwar in der Diagnose genau entgegengesetzt. Bei den Männern waren es Herz- und Kreislauferkrankungen, gefolgt von Krebs, Krankheiten der Verdauungsorgane, Verletzungen und Folgen eines Unfalls und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Bei Frauen ist die Reihenfolge es genau umgekehrt. Medizinisch interessant. Laut BMG nimmt die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei über 65 ständig zu, was aber nichts über den generellen Gesundheitszustand aussagt, sondern der Tatsache des immer höheren Alters entspricht, das wir als Bundesbürger erreichen; auch die demographische Kurve macht da natürlich spürbar. So weit – so gut! Problematisch ist die eingeschränkte Gesundheit im Alter vor allem dann, wenn sie eine Pflegebedürftigkeit nach sich zieht. Die Kosten dafür sind oft aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht zu decken und obwohl wir alle zunehmend steigende Alterserwartungen haben, scheint das Thema der privaten Pflegeversicherung durch eine private Krankenzusatzversicherung kaum im Blick zu sein. Das ist eine bedrohliche Schere, die da auseinander geht. Je später eine solche zusätzliche Absicherung abgeschlossen wird, um so teurer ist sie natürlich. Wer frühzeitig handelt, hat dagegen mit den Beiträgen keine unlösbaren finanziellen Probleme. Auch wenn Sie noch jung sind und das “Alter” scheinbar noch lange auf sich warten lässt, lassen Sie sich dazu beraten. Ist das Alter erstmal da, ist es zu spät!