Welche Versicherungen braucht der Berufsanfänger?

Ist das Studium oder die Berufsausbildung beendet, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Damit sind viele Veränderungen verbunden, einige betreffen den Versicherungsstatus des jungen Berufstätigen. Wer seine erste Berufsausbildung abgeschlossen hat, verliert in der Regel die Mitversicherung in der Haftpflichtversicherung der Eltern. Daher sollte ein günstiger eigenständiger Vertrag abgeschlossen werden, denn ohne diese Übergabe der Haftung an eine Versicherung kann der Lebensweg im Schadensfall schnell in den finanziellen Ruin führen. Was für das Fahren eines Autos Voraussetzung ist, sollte für das private Leben Bedingung sein: die finanzielle Rückdeckung bei Schäden, die man einem Dritten zufügt. Übrigens sind die Prämien für eine solche Versicherung mittlerweile sehr gering und man sollte nur absichern, was man im Schadenfall aus eigener Kraft nicht bewältigen kann.

Wer bereits selbständig in eigener Wohnung lebt, sollte mal über eine Hausratversicherung nachdenken. Eine solche Versicherung kann, muss aber nicht sein, wenn man sich zutraut, die Möglichen Schäden selbst tragen zu können. Im Verlaufe der Jahre aber wird das Volumen eines Haushalts immer größer und dann wird aus der “Möglichkeit” irgendwann ein “Muss”!

Von herausragender Bedeutung für junge Berufstätige ist die Absicherung der eigenen Arbeitsfähigkeit. Wer durch Unfall oder Krankheit dauerhaft keine Tätigkeit ausführen kann oder ändern muss, steht mit der staatlichen Absicherung für diesen Fall vor einem kaum lösbaren, finanziellen Problem, denn die Erwerbsminderungsrente leistet in einem solchen Fall nur minimale finanzielle Hilfe. Aus diesem Grunde gehört der Rat, eine solche “Berufsunfähigkeitsversicherung” abzuschließen zu den wichtigsten Empfehlungen der Verbraucherschützer beim Thema “Versicherung für junge Leute”. Je früher im Lebensalter eine solche Absicherung abgeschlossen wird, um so günstiger sind im Gesamtverlauf die Beitragshöhen.

Wer diesen Schritt aus finanziellen Gründen noch nicht gehen kann oder will, beginnt alternativ am besten mit einer Unfallversicherung, die für den Fall einer messbaren Invalidität sowohl Einmalzahlungen wie auch Rentenzahlungen vorsieht. Auch da sind sinnvolle Versicherungsumfänge schon für moderate Beiträge zu erhalten.

Wer klug ist und langfristig denkt, kann bereits zu Beginn der Berufstätigkeit moderat mit der Vorsorge für die Rente beginnen. In diesem Zusammenhang sind vor allen staatlich geförderte Produkte interessant, die bei kleinen Beitragshöhen beträchtliche Förderung auslösen. Langfristige Verträge mit hohen Sparsummen sollten aber zunächst zurückgestellt werden, da man für derartige Festlegungen doch schon ein klareres Bild der eigenen Lebensplanung braucht.

Beginnt der neue Lebensabschnitt “Berufstätigkeit”, sollte am besten ein gründliches Informationsgespräch mit einem Versicherungsfachmann geführt werden. Suchen Sie sich einen seriösen Partner, der kompetent Einkommen, Kosten und Möglichkeiten gegenüberstellt und verfahren Sie nicht nach dem Prinzip: ich kenne einen, der kennt einen, der…

Vom Umgang mit einer Rechtsschutzversicherung

“Herr Anwalt, das müssen Sie doch verstehen! Erst nimmt mir der Idiot fast die Vorfahrt, steigt dann aus, öffnet meine Autotür und beschimpft mich. Da hab ich ihm einfach eine reingezimmert! Jetzt zeigt mich der Blödmann auch noch an!” Der Anwalt zieht die Augenbrauen hoch, atmet durch und erklärt dem zukünftigen Mandanten, dass der Fall so wenig Aussicht auf Erfolg haben wird und die Anzeige nicht unbegründet ist. Auch die Rechtsschutzversicherung wird da nicht helfen und wohl auch nicht das Erstgespräch mit dem Anwalt übernehmen wird.

Was war schief gelaufen?

Natürlich kann ein normaler Bürger eine Rechtssituation nicht umfassend beurteilen, obwohl im geschilderten Fall der tätliche Angriff gegen einen Verkehrsteilnehmer eine Eindeutigkeit hat, die negativer gar nicht sein könnte. Dennoch wähnt sich der Angreifer im Recht und sucht sofort einen Anwalt auf. Da liegt schon der Fehler. Rechtsschutzversicherungen sollen die anwaltlichen und gerichtlichen Kosten für einen Versicherten übernehmen, um ihm die Möglichkeit zu bieten, sein Recht in Anspruch zu nehmen, ohne daran durch Kostendruck gehindert zu werden. Das setzt aber voraus, dass das rechtliche Anliegen eines Versicherten auch begründet ist. Der Besuch bei einem Anwalt produziert aber schon sofort Kosten, auch wenn der Betroffene sich aus seiner Sicht im Recht sieht, das er aber gar nicht hat. So bleibt er im Zweifelsfall auf den Kosten sitzen.

Die sichere Seite

Entsteht eine rechtlich zu klärende Situation zwischen einem Versicherten und einem sogenannten “Gegner”, ruft der Betroffene zuerst seine Versicherung an und schildert den Fall. Da Rechtsschutzverträge ja sehr unterschiedliche Deckungskonzepte haben können, prüft die Versicherungsgesellschaft jetzt zunächst die Deckung und dann, ob eine Situation vorliegt, die ein berechtigtes Rechtsanliegen darstellt. Ein tätlicher Angriff kann das im Regelfall nie sein. Die Versicherung teilt nach erster Prüfung dem Versicherten mit, ob sich ein Anwalt der Sache annehmen soll, um die Berechtigung des Anliegens eingehend juristisch zu prüfen. Diese Kontaktaufnahme ist dann in jedem Fall kostenfrei, auch wenn der Anwalt keinen Sinn darin sieht, die Interessen des Mandanten weiter zu verfolgen. Grundlage dafür ist die Deckungszusage der Versicherung für das Erstgespräch, bevor es stattgefunden hat. Wer ohne eine solche Deckungszusage zum Anwalt geht, muss damit rechnen, das man auf den Kosten sitzen bleibt. Ein Anruf beim Versicherer und man ist auf der sicheren Seite!

Ist “Hören” ein Teil der Fahreignung?

Kann einem Verkehrsteilnehmer wegen eingeschränkter Hörfähigkeit die Fahrerlaubnis entzogen werden? Das Verwaltungsgericht Neustadt (Weinstraße) hat kürzlich dazu ein Urteil gesprochen (Az.: 3L 4/16.NW). Ein 85-Jähriger wollte seinen 1965 erworbenen Führerschein, der mittlerweile recht unansehnlich geworden war, gegen ein Ersatzdokument tauschen. Der Sachbearbeiterin im Amt fiel auf, dass der Rentner ein Hörgerät trug, aber offensichtlich mit dem Hören keinerlei Probleme hatte. Dennoch verlangte die Sachbearbeiterin die Vorlage eines ärztlichen Attests über sein Hörvermögen. Der Ohrenarzt des Rentners bescheinigte ihm ein altersnormales Hörvermögen, das keinerlei Beeinträchtigung im Straßenverkehr verursache. Das aber reichte der Behörde nicht. Nun wurde ein Attest verlangt, dass den genauen prozentualen Hörverlust anhand einer speziellen medizinischen Tabelle angab. Auch dieses Attest reichte der 85-Jährige ein. Der darin genannte Wert wurde nun zum Anlass genommen, den Rentner erneut zu untersuchen, diesmal aber von einem Arzt der Begutachtungsstelle für Fahreignung. Dafür wurde eine Frist gesetzt. Da diese Frist nicht eingehalten wurde, entzog das Amt dem Rentner mit sofortiger Wirkung die Fahrerlaubnis. Hiergegen legte der Senior Eilantrag beim zuständigen Verwaltungsgericht ein und bekam Recht. Die Entziehung der Fahrerlaubnis war offenkundig rechtswidrig. Die einschlägigen Vorschriften der Fahrerlaubnisverordnung sehen vor, dass eine entsprechende Prüfung und Attestierung nur angezeigt ist, wenn tatsächliche Anhaltspunkte und berechtigte Zweifel an der Kraftfahreignung vorliegen. Dies war weder durch ein Verkehrsereignis noch durch die offensichtliche Hörfähigkeit des Rentners begründet. Selbst hochgradige Schwerhörigkeit oder gar eine Gehörlosigkeit war nach Ansicht des Gerichts Grund für die Feststellung einer pauschalen Verkehrsuntüchtigkeit.”Die Orientierung im motorisierten Straßenverkehr erfolgt nämlich überwiegend über das optische System, da verkehrsrelevante Informationen maßgeblich über visuelle Signale vermittelt werden.” Zudem liege neben dem Tragen eines Hörgerätes keine relevante gesundheitliche Einschränkung vor. Wer in solchen rechtlichen Problemsituationen keine Hilfe durch eine Rechtsschutzversicherung hat, kann sich im Zweifelsfall aus Gründen hoher verbleibender Kosten eine Einlassung vor Gericht gar nicht leisten. Sichern Sie sich die Möglichkeit, Ihre rechtlichen Interessen ohne Kostendruck wahrzunehmen!

Urlaubsreise – und dann das!

Es sollte so schön werden! Eine Woche Urlaub im Ausland zu zweit in einem landesüblichen 4,5 Sterne-Hotel. Das Hotel war wirklich dementsprechend gut. Und dann das! Noch am Abend des ersten Tages macht sich ein Magen-Darm-Virus bemerkbar. Arztbesuch, Bettruhe und starkes Unwohlsein mit allem, was dazu gehört. Eine Woche lang, bis zur Abreise! Während des Aufenthalts im besagten Hotel hatten die Betroffenen in Erfahrung gebracht, dass schon vor einigen Wochen mehrere Hotelgäste auf die gleiche Art und Weise erkrankt waren und sie selbst auch nicht die einzigen Erkrankten waren. Zurück in Deutschland wurden dem Reiseveranstalter Kosten in Rechnung: sowohl die Rückerstattung der gesamten Reisekosten, Schmerzensgeld so wie eine finanzielle Entschädigung für verloren gegangenen Urlaub. Der ganze Vorgang ging vor das Amtsgericht München, das gar nicht im Sinne der Betroffenen urteilte (Az.: 283 C 9/15)! Die Klage wurde nämlich ganz abgewiesen. Um eine Verantwortlichkeit für die Erkrankung beim Hotel zu vermuten, müssen mindestens 10% aller Hotelnutzer zeitgleich erkranken. Dies war weder im voraus gegangenen Fall so, noch zum in Frage stehenden Zeitraum. Nach der vorausgegangenen Erkrankungsphase hatte die Hotelleitung ein unabhängiges Forschungsinstitut mit der Kontrolle von Nahrungsmitteln, Leitungswasser, Getränkeautomaten und des Wasser des Swimmingpools beauftragt. Es gab jedoch keinerlei Beanstandung. Auffällig war zudem die Tatsache, dass die Erkrankung schon am Abend der Anreise zum Ausbruch kam, was eine zu kurze Inkubationszeit bedeuten würde und die Ansteckung bereits wesentlich früher, vermutlich noch im Deutschland, stattgefunden hat. Da bleibt nur zu hoffen, dass eine Rechtsschutzversicherung bestand, um nicht auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben!