Kfz-Unfall und Kostenfrage

Wer einen Kfz-Unfall verschuldet, hat in der Regel auch für die Kosten des Geschädigten aufzukommen. Eigentlich ist das nicht ganz richtig, da die Kosten des Unfallgegners ja von der eigenen Kfz-Haftpflicht-Versicherung getragen werden. Ohne Vollkasko-Versicherung bleibt man dann auch noch auf dem Schaden am eigenen Fahrzeug sitzen. Häufig ist die Ausgangssituation für den Unfall jedoch komplex und nicht eindeutig, so dass die Schuldfrage nicht ausschließlich durch einen der Beteiligten beantwortet wird, sondern entsprechend des Unfallhergangs und des individuellen Verhaltens in einer prozentualen Anteiligkeit auf beide Betroffene verteilt wird.

Wann immer eine Kfz-Versicherung in Anspruch genommen wird, bei alleiniger Schuld oder Teilschuld und natürlich auch im Falle einer Vollkaskoversicherung, erfolgt zum Beginn des nächsten Versicherungsjahres eine Rückstufung in eine niedrigere SF-Klasse, was in der Regel zu höheren Versicherungsbeiträgen führt. Das kann mächtig ins Geld gehen, da es ja wieder einige Jahre dauert, bis durch unfallfreies Fahren die ursprüngliche SF-Klasse erreicht wird. Da lohnt sich eine vergleichende Rechnung zwischen des Kosten des Unfalls und den Mehrkosten für erhöhte Beiträge. Grundsätzlich ist ein solcher Kostenvergleich bei allen Schäden zwischen 500,- und 1.000,- € sinnvoll. Es ist nämlich häufig sinnvoller, der Versicherungsgesellschaft den “bezahlten” Unfall zurückzukaufen, statt sich “stufen” zu lassen. Manchmal weisen Versicherer selbst auf diesen Vorteil hin, manchmal klärt das aber nur ein Anruf bei der entsprechenden Gesellschaft. Für diesen Rückkauf bietet die Versicherung in der Regel einen Zeitraum von 6 Monaten nach erfolgter Schadenregulierung.

Zahl der verunfallten Fußgänger steigt!

Im Jahr 2016 erhöhte sich die Zahl der im Straßenverkehrs verunfallten Fußgänger auf fast 32.000! Das ist im zweiten Jahr in Folge eine Steigerung; gesunken ist dagegen die Zahl der bei diesen Unfällen getöteten Fußgänger. Das stimmt dennoch nicht hoffnungsvoll, denn die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fußgänger lag immer noch bei 490.

Und dabei sind es immer wieder die selben Muster, nach denen die Unfälle passieren: das plötzliche Auftauchen zwischen zwei parkenden Fahrzeugen, das Überqueren von Fahrbahnen an nicht dafür vorgesehenen Stellen unter bewusster Missachtung von Ampeln und Zebrastreifen.

Auch die Sichtverhältnisse spielen immer wieder eine entscheidende Rolle. Nach Einbruch der Dunkelheit kann dunkle Kleidung zum Verhängnis werden. Kommt dann noch Regen oder Nebel dazu, ist der Unfall vorprogrammiert. In der Dunkelheut sollten immer nur helle und kontrastreiche Kleidung mit reflektierenden Elementen getragen werden.

Gesehen werden ist das eine, sehen das andere. Wer als Fußgänger ständig mit gesenktem Kopf mit dem Blick auf das Smartphone durch die Gegend geht, braucht sich nicht wunder, wenn er mit dem Kopf gegen eine Laterne stößt oder gar schlimmeres passiert. Fahrlässig ist ebenfalls die akustische Abschottung zur Umwelt durch Kopfhörer. Daraus entstehen in der Regel bei Unfällen, die aus solchem Fehlverhalten resultieren, auch rechtliche Konsequenzen. Wer sich durch den Verkehr bewegt, muss mit dem Verkehr in Kontakt stehen!

Stolperfalle Stöckelschuh

Frauen, die Stöckelschuhe mit einer kleinen Absatzfläche tragen, haben eine besondere Umsichtigkeit an den Tag zu legen. Im vorliegenden Fall blieb eine Frau in einer Fußmatte im Eingangsbereich eines Theaters mit ihrem Absatz hängen und kam zu Fall. Die Folge war ein Bruch des Mittelfußes und die Forderung nach Entschädigung und Schmerzensgeld. Mit diesem Fall waren zwei Gerichte befasst. Das Oberlandesgericht Hamm sprach ein eindeutiges Urteil (Az.: 11 U 127/15) und bestätigte damit das erste Urteil des Landgerichts Essen.

Was war passiert. In der Pause einer Theatervorstellung verließ eine Theaterbesucherin das Theater und ging vor die Tür. Sie trug Stöckelschuhe mit einer Absatzhöhe von 4,5 cm und einer extrem kleinen Absatzfläche. Beim Wiederbetreten des Theaters blieb die Frau mit einem Absatz in der serienmäßigen Perforation einer Fußmatte hängen und stürzte mit der Folge eines Mittelfußbruches. Die Forderung nach Entschädigung und Schmerzensgeld wurde vor Gericht abgewiesen. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, dass es sich bei der Fußmatte um ein völlig übliches Modell handelte, wie es in den Eingangsbereichen öffentlicher Gebäude üblich ist und keinen Defekt aufwies. Es stellte sich zusätzlich heraus, dass bei entsprechend umsichtigen Gehens das Überwinden des vermeintlichen Hindernisses unproblematisch gewesen wäre. Immerhin passierte die Frau die “Gefahrenstelle” ja auch nicht zum ersten Mal. Es handelte sich also um ein sogenanntes beherrschbares Risiko, das mit angepasstem Verhalten hätte beantwortet werden müssen. Wer “schön” sein will muss Umsicht walten lassen.

Eine private Unfallversicherung hätte die Kosten getragen. Dumm gelaufen!

Hausputz – mit Sicherheit

Auch wenn man es kaum glauben mag, bewegen wir uns im Straßenverkehr gefahrloser als im eigenen Haushalt und Autofahren scheint sicherer als Putzen zu sein. Glauben Sie nicht? Tatsache! 2015 ereigneten sich in deutschen Haushalten 3,2 Millionen Unfälle, hauptsächlich beim Putzen, und tatsächlich kamen dabei 9.818 Menschen zu Tode. Dagegen stehen nur 397.000 Verletzte durch Verkehrsunfälle und 3.459 Verkehrstote. WAs aber macht den Haushalt zu solch einem gefährlichen Ort der Tätigkeit? In der Regel ist es die Planlosigkeit im Handeln, die fehlende Übersicht und die Fahrlosigkeit, mit der Hilfsmittel ausgewählt werden. Statt eine Trittleiter zu benutzen, stellt man sich auf einen wackeligen, zu klein dimensionierten Stuhl oder Tisch. Statt mit festen Schuhen wird auf ausgelatschten Hausschuhen die Leiter betreten. Die Kleidung ist nicht funktionell, oft zu wallend, dazu kommen zu lange Halsketten oder Ohrringe und viel unnötiges herauf und herab, weil planlos gearbeitet wird und vieles in der Vorbereitung zum großen Hausputz improvisiert wird. Besonders gefahrenträchtig sind Staubsaugerkabel. Statt beim Saugen die jeweils nächst gelegene Steckdose zu benutzen, zieht sich das Stromkabel weit durch die Wohnung. Sturz vorprogrammiert! Schwerwiegende Unfallfolgen sind dann nur finanziell abgedeckt, wenn eine private Unfallversicherung vorhanden ist oder ein finanzieller Schutz vor Berufsunfähigkeit!

Die dauerhaften Folgen gesundheitlicher Einschränkungen

Wer wegen Unfall oder Krankheit dauerhafte Einschränkungen der Erwerbstätigkeit hinnehmen muss, kommt in der Regel ohne zusätzliche finanzielle Absicherung nicht aus. Zwar gibt es Sozialversicherungen im Bereich, Krankheit, Pflege und Erwerbsminderung, doch sind die Leistungen so bemessen, dass ohne private Zusatzvorsorge in Form einer Unfall- oder Berufsunfähigkeitsrente die Existenz stark gefährdet ist, in jedem Fall aber das  Lebensniveau nicht gehalten werden kann. Keine Sozialversicherung bezahlt nach einem Unfall oder nach einer Krankheit den möglicherweise nötig gewordenen Umbau der Wohnung oder des Hauses in eine behindertengerechte Form, ebenso wenig den Umbau eines Fahrzeuges. Wer nur noch sechs Stunden und weniger arbeiten kann, erhält vom Staat eine kleine Erwerbsminderungsrente, muss aber in der Regel seine alte Tätigkeit aufgeben um jedwede andere Tätigkeit anteilig auszuführen, was in der Regel einen ungeheuren finanziellen Absturz bedeutet. Ohne private Berufsunfähigkeitsrente geht da gar nichts! Selbständige, Hausfrauen und -männer sowie Kinder haben gar keinen Anspruch, angestellt erwerbstätige nur nach fünfjähriger Zugehörigkeit zur Sozialversicherung, wobei mindestens in den drei Jahren vor Eintritt eines Bedarfsfalls zusammenhängend Beiträge entrichtet werden mussten. Die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung des Staates, die auf die bisher  ausgeübte Tätigkeit ausgerichtet war und annähernd die Höhe der Altersrente ausmachte, wurde zum 31.Dezember 2000 abgeschafft, stattdessen gilt die Regelung der Erwerbsminderungsrente, die keine ausreichende Grundlage bietet.

Lassen Sie sich zu diesem komplexen Thema, das völlig eigenständig nur schwer zu beurteilen ist, von Ihrem Versicherungsfachmann beraten! Am Ende treffen Sie alle Entscheidungen nach Ihrem Urteil, ohne zutreffende Informationen fehlt aber dafür die Sicherheit schaffende Basis.

Unfall im Supermarkt – Haftet der Betreiber in jedem Fall?

Haftet der Betreiber eines Supermarktes für einen Unfallschaden, auch wenn alles ihm Zumutbare zur Vermeidung des Unfalls getan wurde? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Münchener Amtsbericht in einem konkreten Fall und sprach ein überraschendes Urteil (Az.: 158 C 21362/15). Eine Kundin stürzte, indem sie auf einer noch nicht vollständig beseitigten Putzwasserlache ausrutschte. Wie kam es dazu. Im besuchten Supermarkt wurde auf einer Aktionsfläche für einen Rotwein im Sonderangebot geworden. Zu diesem Zweck waren viele Flaschen aufgetürmt worden. Eine dieser Flaschen war zu Boden gefallen und zerbrochen. Augenblicklich wurde das Personal angewiesen, den Schaden und die Verunreinigung zu entfernen. Nach dem ersten Reinigungsvorgang war eine kleine Wasserlache übrig geblieben. Der mit der Reinigung beauftragte Angestellte verbrachte zunächst die Scherben, trocknete die verunreinigte Stelle soweit wie möglich, um nun die Reinigungsmaschine aus dem Lagerbereich des Ladens zu holen. In der Zwischenzeit hatte sich der Unfall ereignet. Die verunfallte Kundin stellte Schadensersatzansprüche und eine Forderung nach Schmerzensgeld. Vor Gericht wurde beides zurückgewiesen. Das Gericht begründete, dass seitens des Betreibers die Reinigung der verschmutzten Stelle sofort angeordnet worden war, dieser Vorgang unmittelbar und zusammenhängend durchgeführt wurde, und der Gang ins Lager zur Reinigungsmaschine notwendig war. Das für diesen Augenblick geforderte Aufstellen eines zusätzlichen Warnhinweises wäre über das zumutbare Maß der Prävention hinausgegangen. Es gäbe keinen absoluten Schutz vor Unfällen und insofern sei eine dahingehende Forderung an den Supermarktbetreiber auch nicht möglich. Im vorliegenden Fall hätte sich das sogenannte “allgemeine Lebensrisiko”, das vollkommenen Schutz ausschließe, verwirklicht.

Eine Unfallversicherung seitens der Klägerin hätte die Folgen des Unfalls abgedeckt, war aber leider nicht vorhanden. Dumm gelaufen!

Nicht jede Verletzung erfordert ärztliche Behandlung….aber vorsicht! Hier ein paar grundsätzliche Regeln!

Jeder hat sich schon einmal verletzt, sei es ein kleiner Schnitt mit einem Messer, ein aufgeschlagenes Knie oder ein blauer Fleck durch Stoß. In den meisten Fällen ist dabei eine Behandlung durch einen Arzt gar nicht notwendig. Diverse Verletzungen sind nach Einschätzung von Gesundheitsexperten immer ärztlich zu versorgen. Dazu gehören alle großflächigen Verletzungen, Vergiftungen, Knochenbrüche, tiefe und stark blutende Wunden, starke Prellungen und großflächige Blutergüsse. Manchmal kann es aber auch sein, dass scheinbare Bagatellverletzungen unbehandelt zu großen Problemen führen!

Wann medizinische Wundbehandlung erforderlich ist

Grundsätzlich sollten alle Verletzungen ärztlich behandelt werden, die starke Schmerzen verursachen, bei denen sich ein taubes Gefühl einstellt oder eine Bewegungseinschränkung zur Folge haben. Das Gleiche gilt bei stark verschmutzten Wunden und eingedrungenen Fremdkörpern wie z.B. Glassplitter. Extreme Vorsicht gilt ebenso bei Verletzungen am Kopf, im Gesicht, an Lippen und Augen, da zusätzlich zur erkennbaren Verletzung auch noch eine Gehirnerschütterung kommen kann, was meist Übelkeit und Erbrechen mit sich bringt. Verbrennungen brauchen grundsätzlich ärztliche Versorgung, ebenso wie Biss- und Stichwunden, da die Gefahr von Gasbrand, Blutvergiftung und Wundstarrkrampf droht.

Wenn der Kratzer zum Drama wird

Auch kleine Verletzungen können dramatisch werden, wenn Verschmutzungen schwere Infektionen auslösen wie Tetanus, den Wundstarrkrampf. Meistens wird er ausgelöst durch Bakterien, die in der Erde oder im Staub vorkommen. Dann sind auch kleine Schnitt-, Riss-, Stich- und Bissverletzungen höchstgefährlich und können zur tödlichen Gefahr werden. Daher sollte jeder auf seinen Impfschutz gegen Tetanus achten. Kinder und Jugendliche brauchen einen Grundschutz, der bis zum 14. Lebensjahr aus vier Impfungen besteht. Die ersten beiden Auffrischungen sollten dann bis zum 17. Lebensjahr erfolgt sein. Danach reicht die Auffrischung alle zehn Jahre.

 

 

Die Pflicht zur Haftung setzt nicht immer schuldhaftes Handeln voraus

Die Grundlagen der Haftpflicht bei Schädigung Dritter ist im Bürgerlichen Gesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland geregelt. Als Grundvoraussetzung für die Pflicht zur Haftung gilt im Prinzip ein Verschulden, also schuldhaftes Handeln oder Verhalten. Das kann aber im Einzelfall auch die Unterlassung einer Pflicht bedeuten oder ein Schaden aus betriebstechnischer Gefahr. Das Beispiel eines Kraftfahrzeugs ist dafür ein gutes Beispiel. Alle am Verkehr teilnehmenden Motor getriebenen Fahrzeuge müssen haftpflichtversichert sein. Wie ist aber ein Fahrzeug zu beurteilen, dass im zulässigen Parkbereich einer öffentlichen Straße steht, aber nicht angemeldet ist, also nicht für das Fahren im Straßenverkehr zugelassen. Auch wenn das Fahrzeug nicht bewegt wird, muss es “im öffentlichen Raum” haftpflichtversichert sein, da es einfach als “Gegenstand” eine Gefahr darstellt, die der Gesetzgeber als grundsätzliche “Betriebsgefahr” bezeichnet. Wer also ein altes Auto, dass entsorgt werden soll, am Straßenrand abstellt, abmeldet und einfach stehen lässt, begeht nicht nur eine schwere Ordnungswidrigkeit gegen Umweltbestimmungen, sondern muss, für den Fall eines Schadens durch das Fahrzeug, auch dafür haften. Ein weiteres Beispiel für Haftung ohne schuldhaftes Handeln ist der leider belegte Unfall eines kleinen Mädchens, das auf einem unbebauten Grundstück spielte. In Folge starken Regens waren auf dem sehr unebenen Grundstück größere und recht tiefe Pfützen entstanden. Das allein spielende Mädchen rutschte aus, schlug mit dem Kopf gegen einen Stein und fiel bewusstlos so unglücklich, dass es mit dem Kopf in die tiefe Pfütze geriet und ertrank. Auch wenn Haftung kein Menschenleben ersetzen kann und die Umstände, die zum Tod des Mädchens führten, eigentlich an höhere Gewalt erinnern, liegt die Verantwortung beim Grundstücksbesitzer, der ohne eine Grundstückshaftpflicht zwar nicht sein Leben, aber seine Existent verloren hätte.

Lassen Sie sich in allen Fragen der Haftung von Ihrem Versicherungsspezialisten beraten!

Hat die betriebliche Weihnachtsfeier gesetzlichen Unfallschutz?

Im Prinzip “ja”! Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind! Ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts (Az.: B 2 U 19/14R) macht dazu neue Aussagen. Natürlich geht es dabei nicht nur um betriebliche Weihnachtsfeiern, sondern um Veranstaltungen, die betriebsseitig organisiert sind. Und genau darin liegt der Aspekt. Eine betriebliche Veranstaltung, die unter der Deckung der gesetzlichen Unfallversicherung steht, muss durch das Unternehmen organisiert sein, wobei die Anwesenheit der Betriebsleitung selbst nicht Voraussetzung ist, insofern dafür beauftragte Stellvertreter bestimmt sind, die durch Anwesenheit stellvertretend auftreten. Die bisher geforderte Teilnahme von mindestens 20% der Belegschaft ist nicht mehr bindend. Das ist ein gesetzliches Novum! Selbstverständlich sind im Rahmen einer solchen Veranstaltung lediglich die dem Betrieb angehörenden Personen versichert, also keine eventuell teilnehmenden Familienmitglieder oder geladene Gäste. Unfälle, die durch übermäßigen Alkoholgenuss verursacht sind, bleiben ebenso unberücksichtigt. Ferner gilt die im allgemeinen gültige Regelung, dass Hin- und Rückfahrt durch private Unterbrechungen nicht beeinflusst werden. Umfassenden Versicherungsschutz bietet unabhängig der genannten Kriterien nur eine private Unfallversicherung, die grundsätzlich existieren sollte!

Mit dem Rad durch Schnee und Eis

Viele Fahrradfahrer lieben es, auch in der kalten und dunklen Jahreszeit ihre bevorzugte Fortbewegungsart zu nutzen. Was im Frühjahr und Sommer ein meist erholsames Vergnügen ist, stellt im Winter den Aktiven vor besondere Herausforderungen. Die Experten der Unfallforschung der Versicherer (UDV) sowie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. geben dazu Rat und Hilfe. Natürlich gilt grundsätzlich die Notwendigkeit angemessener Kleidung und angepasster Fahrweise. Wer auf dem Rad friert, verspannt und reagiert entsprechend, “erfrorene Hände” greifen Bremshebel schlecht. Gerade Jugendliche haben die Neigung, Witterungsbedingungen und Kälte nicht ganz ernst zu nehmen, oft aus falscher Eitelkeit. In der dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig, gesehen zu werden. Dazu dient helle, am besten mit Reflektoren versehene Kleidung, eine in jedem Falle funktionierende Beleuchtungsanlage. Es ist hilfreich, das Rad mit Rückstrahlern zu versehen, die auch im Stand leuchten. Das Rad selbst sollte dadurch auf den Winter vorbereitet werden, dass alle beweglichen Teile geölt oder geschmiert werden, besonders die Kette. Das schützt vor Schmutz und Salz. Es gibt sogar die Möglichkeit “Winterreifen” für Fahrräder aufzuziehen, teilweise mit Spikes. Zumindest sollte aber bei Schnee und Eis der Reifendruck etwas reduziert werden, dadurch erhöht sich der Grip. Es macht auch Sinn, die gewohnte Sattelhöhe etwas zu reduzieren. Man erreicht dadurch mit den Füßen schneller den Boden, auch wenn der Sitz vielleicht nicht mehr ganz so ergonomisch ist. Zur veränderten Fahrweise gehört ein größerer Abstand zu Bordsteinen und zu Vorausfahrenden. Achten Sie nicht nur auf Schnee und Eis, achten Sie auch auf feuchtes Laub. Bei widrigen Straßenverhältnissen sollte in Kurven weder gebremst noch in die Pedale getreten werden, das beeinträchtigt die Stabilität. Ampeln, Kreuzungen und Rücken sind besondere Gefahrenorte, da dort die Rutschgefahr wegen der Überfrierung zuerst auftritt. Und über eines gibt es keine zwei Meinungen: auf einen gut sitzenden Fahrradhelm darf niemals verzichtet werden.