Wenn zwei Fahrzeuge rückwärts fahren…

Crash!!! Können Sie nicht aufpassen!!!??? Wieso ich? Sie! – Wenn zwei Fahrzeuge rückwärts fahren, z.B. auf einem Parkplatz beim Ausparken, kann man schnell die Übersicht verlieren. Geschieht im Alltag immer wieder. Und genauso regelmäßig landen solche Fälle dann vor Gericht, da die Verkehrslage bei einer solchen Aktion nur schwer zu überschauen ist. Meistens enden solche gerichtlichen Bemühungen mit der Verteilung der Schuld zu gleichen Teilen, aber warum. Das Problem in der Konstellation liegt darin, dass im nach hinein meist nicht feststellbar ist, ob eines der beteiligten Fahrzeuge vor dem Crash stand – und vor allem wie lange diese Ruhephase beim ausparken dauerte. Um einem beteiligten Verkehrsteilnehmer eine angemessene Reaktionszeit zu geben, um auf ein “stehendes” Hinderniss in der Rückwärtsfahrt zu reagieren, bedarf es mindestens zwei bis drei Sekunden. Trifft dies nicht zu, kann nicht von einer eindeutigen Schuldzuweisung an eine beteiligte Seite ausgegangen werden. Also: rückwärts nur langsam und bedächtig!

Zahl der verunfallten Fußgänger steigt!

Im Jahr 2016 erhöhte sich die Zahl der im Straßenverkehrs verunfallten Fußgänger auf fast 32.000! Das ist im zweiten Jahr in Folge eine Steigerung; gesunken ist dagegen die Zahl der bei diesen Unfällen getöteten Fußgänger. Das stimmt dennoch nicht hoffnungsvoll, denn die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fußgänger lag immer noch bei 490.

Und dabei sind es immer wieder die selben Muster, nach denen die Unfälle passieren: das plötzliche Auftauchen zwischen zwei parkenden Fahrzeugen, das Überqueren von Fahrbahnen an nicht dafür vorgesehenen Stellen unter bewusster Missachtung von Ampeln und Zebrastreifen.

Auch die Sichtverhältnisse spielen immer wieder eine entscheidende Rolle. Nach Einbruch der Dunkelheit kann dunkle Kleidung zum Verhängnis werden. Kommt dann noch Regen oder Nebel dazu, ist der Unfall vorprogrammiert. In der Dunkelheut sollten immer nur helle und kontrastreiche Kleidung mit reflektierenden Elementen getragen werden.

Gesehen werden ist das eine, sehen das andere. Wer als Fußgänger ständig mit gesenktem Kopf mit dem Blick auf das Smartphone durch die Gegend geht, braucht sich nicht wunder, wenn er mit dem Kopf gegen eine Laterne stößt oder gar schlimmeres passiert. Fahrlässig ist ebenfalls die akustische Abschottung zur Umwelt durch Kopfhörer. Daraus entstehen in der Regel bei Unfällen, die aus solchem Fehlverhalten resultieren, auch rechtliche Konsequenzen. Wer sich durch den Verkehr bewegt, muss mit dem Verkehr in Kontakt stehen!

Muss ein Motorradfahrer Schutzkleidung tragen? Ein Gerichtsurteil klärt auf!

Das Oberlandesgericht München hatte sich im letzten Jahr mit einem Fall zu beschäftigen, bei dem die Frage, in wie weit einem Motorradfahrer wegen des Nicht-Tragens von Schutzkleidung im Fall eines Unfalls mit Personenschaden eine Mitschuld zugewiesen werden kann (Az.: 10 U 4256/16). Der Fahrer eines Leichtkraftrades war auf einer innerstädtischen Straße unterwegs, als es zu einem Zusammenstoß mit einem PKW kam. Dabei wurde der Fuß des Krad-Fahrer schwer verletzt. Im Rahmen einer Gerichtsverhandlung konnte trotz Teilnahme eines Sachverständigen die Schuldfrage nicht wirklich beantwortet werden. Das Schuldmaß wurde zu gleichen Teilen den beteiligten Parteien beigemessen. Da der Motorradfahrer aber ein Schmerzensgeld vom Versicherer der Gegenseite einforderte, brachte die gegnerische Partei den Umstand ins Spiel, dass der Krad-Fahrer statt Motorradstiefel Turnschuhe trug und forderte, dies als zusätzlichen Schuldanteil anzurechnen.

Dem wollte sich das Oberlandesgericht jedoch nicht anschließen. Zum einen gäbe es außer der gesetzlichen Forderung nach Tragen eines Helmes keine zwingende Vorschrift zur weiteren Bekleidung, zum anderen ließe sich der Nachweis der Begrenzung der Unfallfolgen durch anderes Schuhwerk nicht zweifelsfrei führen. Es blieb bei der Forderung nach Schmerzensgeld in der Höhe von 50%.

 

Motorradunfall bei Regen – Ansprüche wegen Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht – Ein Gerichtsurteil

Das Oberlandesgericht Hamm hat vor Kurzem zu folgendem Fall ein Urteil gesprochen (Az.: 11 U 166/14). Eine Motorradfahrerin war in einem Sommermonat bei Regen mit ihrer Maschine unterwegs. Kurz nach einer Ortsdurchfahrt kam es ohne erkennbaren Einfluss von Außen zu einem Sturz. Der Sachschaden belief sich auf 2.100 €, Personenschaden entstand nicht. Die Fahrerin forderte vom Straßenbaulastträger (das kann der Staat, das Bundesland, der Landkreis oder die Kommune sein) die Übernahme des Schadens wegen Vernachlässigung der Verkehrssicherungs-Pflicht. Das Oberlandesgericht Hamm hatte sich mit diesem Fall zu befassen. In einem Beweisverfahren wurde festgestellt, dass bereits 2008 in Rahmen einer Straßenzustandserhebung festgestellt wurde, dass an der späteren Unfallstelle eine Abnutzung der Fahrbahn vorlag, die ein sicheres Befahren bei Nässe einschränkte. Werder wurde daraufhin die Fahrbahndecke erneuert, noch durch eine entsprechende Beschilderung auf die Gefahrenstelle hingewiesen (z.B. durch eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h). Durch diese Versäumnisse bekam die Klägerin Recht, jedoch nicht in vollem Umfang, da das Fahren eines Motorrades immer eine latente Betriebsgefahr mit sich bringt. Die anteilige Forderung wurde auf 75% festgesetzt.

Um in solchen Fällen sein Recht in Anspruch zu nehmen, ohne das Prozesskosten-Risiko zu übernehmen, hilft eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung, die es schon zu vergleichsweise geringen Beiträgen gibt. Fragen Sie Ihren Versicherungsfachmann, bevor Sie die Fahrt ins Blaue antreten!

Mehr Verkehrsunfälle, weniger Verkehrstote

Das Statistische Bundesamt hat in seiner Aufstellung zum Thema Verkehrsunfall für das Jahr 2016 folgende Daten ermittelt: es gab fast 2,6 Millionen registrierte Verkehrsunfälle, wovon 2,28 Millionen nur Sachschäden produzierten und 308.000 Unfälle Personenschäden zur Folge hatten, was zu einer Zahl von fast 400.000 verletzten oder getöteten Personen führte. Tatsächlich lag die Zahl der Verkehrstoten mit 3.214 Personen um 245 niedriger als im Jahr zuvor. Damit hat sich in den letzten Jahren die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen auf ein Tief hin entwickelt, das dem Stand von vor 60 Jahren entspricht. Soweit ist das erfreulich. Die Zahl der Verletzten steht aber als dynamische Größe dagegen.

Jeder Verkehrsteilnehmer sollte nicht nur mit defensivem Fahren für mehr Sicherheit sorgen, sondern sich und die Seinen gegen den Fall eines Unfalls mit körperlichen Folgen finanziell absichern. Oft ist nach einem Verkehrsunfall wegen einer bleibenden Einschränkung der Umbau der Wohnumgebung notwendig, oft kann nicht mehr in vollen Umfang gearbeitet werden, was nicht automatisch eine staatliche Rentenzahlung nach sich zieht. Wie wird der Einkommensverlust dauerhaft ausgeglichen. Die private Versicherungswirtschaft hat dafür eine großen Umfang an Lösungen.

Die aggressive Form des Egoismus! Das Berliner Urteil zum Straßenrennen auf dem Kurfürstendamm – ein Kommentar

Seltsames tut sich, ja, Beunruhigendes, nicht erst seit gestern. Teile unserer Gesellschaft entwickeln seit  längerem eine immer stärker werdende Form eines aggressiven Egoismus, der jeden Respekt vor Mitmenschen und staatlicher Autorität vermissen lässt. Mir sagte vor kurzen ein dreister junger Mann, der sich an der Ladenkasse eines Supermarktes einer älteren Dame gegenüber rotz-unverschämt benahm: “Das ist die neue Welt! Jeder darf alles, wenn er der Stärkere ist”! Das spricht für sich! Das schildert das kollektive Bewusstsein einer materialistisch aus den Fugen geratenen Ellenbogen-Gesellschaft, in der “Egoismus” zum neuen moralischen Prinzip erhoben wurde. Was tun? Eigentlich würde eine solche Gesellschaft auf die Couch eines Psychiaters gehören, aber wie therapiert man eine Gesellschaft? Ich bin weder Psychologe noch Soziologe, aber ich bin davon überzeugt, dass die konsequente Anwendung unserer juristischen Grundordnung zur Regulierung gesetzwidrigen menschlichen Handelns ein wirksamer erster Schritt ist und vielen Bürgern unseres Staates wieder ein Gefühl von Vertrauen in die rechtsstaatliche Handlungsfähigkeit vermittelt und potentiellen Tätern die Hoffnung auf einen milden, zu unrecht nachsichtigen Rechtsapparat nimmt.

Zwei junge Männer veranstalten des Nachts auf Berlins Kurfürstendamm, einer Straße, die zu allen Tageszeiten belebt ist, ein Autorennen mit 160 kmh Höchstgeschwindigkeit. Dass dabei nicht nur die beiden Männer in Gefahr geraten, sondern wesentlich dritte gefährdet werden, kann dabei nicht als “begleitendes” Ereignis gewertet werden, dass man “bedauert”. Wer mit 160 kmh durch eine Innenstadt fährt, bewegt kein Auto als Verkehrsteilnehmer, sondern benutzt als potentieller Mörder eine Waffe. Tatsächlich kommt ein Unbeteiligter ums Leben. Bedauerlicher Umstand, aber nicht gewollt? Falsch!!! Wer mit einer Waffe ungezielt in eine Menschenmenge hineinballert, nimmt nicht nur den Tod eines oder mehrerer Menschen billigend in Kauf, sondern er handelt vorsätzlich und mittelbar als Mörder. Und genau so muss dieses Handeln auch genannt und geahndet werden. Bleibt die Hoffnung, dass die Revisionverhandlung zu keinem anderen Ergebnis kommt und unsere Justiz in Zukunft die breite der vorhandenen Mittel benutzt, statt unter Vernachlässigung der Opferinteressen ständig Nachsicht gegen Täter übt. Es geht um Fainess und Respekt gegen Jedermann! Stehen wir als zivile Gesellschaft gemeinsam gegen den brutalen Egoismus, der uns im Alltag begegnet, dann tun auch wir unseren Teil!

Ein unverbesserlicher Optimist

Wildunfälle auf Rekordhoch

Nicht nur die Anzahl der Wildunfälle ist in 2015 extrem gestiegen, auch die entstandenen Kosten pro Wildunfall steigen in die Höhe. Letztes Jahr wurden 263.000 Wildunfälle gemeldet, was eine Zunahme von 11% ausdrückt. Die Kosten pro Unfall belaufen sich im Durchschnitt mittlerweile auf 2.500,- – eine Steigerung von 14% zum Jahr 2014. Das zeigt die vor Kurzem veröffentlichte Wildschadenbilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Übrigens hält diese Tendenz bereits seit 2006 kontinuierlich an. Die Gründe liegen auf der Hand. Zum einen hat sich das Verhalten der Wildtiere geändert, die heute sehr häufig in großer Anzahl auch stadtnah auftreten und wegen der guten Ernährungssituation in ihrer Anzahl zugenommen haben. Zum anderen steigen die Reparaturkosten, da zunehmend auch in Stoßstangen, die heute ja eigentlich fast völlig in die Karosserie integriert sind, hochwertige Elektronik eingebaut ist. Die integrierte Karosseriegestaltung schafft ein zusätzliches an kostspieligem Reparaturaufwand. Da eine Kaskoversicherung ja noch viele weitere Schadenrisiken abdeckt (z.B. Diebstahl, Brand, Hagel, Sturm, Überschwemmung) sollte man eben nicht nur mit der Haftpflichtversicherung zufrieden sein.

Deutsche schätzen Risiken völlig falsch ein!

Täglich werden wir durch die Medien mit schrecklichen Realitäten konfrontiert. Terrorakte gefährden Unschuldige an Leib und Leben, katastrophale Verkehrsunfälle verbreiten unerhörte Ängste, Flugzeugabstürze verunsichern Reisende – aber schätzen wir unsere Risiken auch wirklich zutreffend ein? Eine Studie, die im Auftrag des Goslar-Instituts erstellt wurde, klärt darüber auf. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Versicherungswesen (IVW) an der technischen Hochschule Köln und dem Lehrstuhl für Versicherungswirtschaft und Risikomanagement an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Das Ergebnis ist verblüffend! Risiken, die mit geringer Wahrscheinlichkeit eintreten, werden haushoch überschätz, Risiken, deren Wahrscheinlichkeit ganz hoch rangieren, werden häufig nahezu ausgeblendet. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terroranschlags zu werden, wird statistisch bis zu 30-fach zu hoch eingestuft. Die Tatsache, das fast jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens an einer Form des Krebs erkrankt, wird in der Einzelbetrachtung fast immer für höchst unwahrscheinlich gehalten. Ein interessantes psychologisches Phänomen: je wahrscheinlicher ein Risiko eintritt, desto geringer wird es als bedrohlich erkannt. Das klingt wie das Verdrängen der Realität. Eine Steigerung erfährt dieses Denken noch zusätzlich durch Falschinformation oder ungenaue Information. Fast alle Deutsche unterschätzen in der Studie ihre tatsächliche Lebenserwartung. Da das Risiko ein Pflegefall zu werden aber erst für über 80-jährige dramatisch zunimmt, hält sich kaum jemand für einen potentiellen Pflegefall – und diese Annahme liegt gänzlich neben der Wirklichkeit, denn Menschen werden heute immer älter. Wer Risiken so falsch einschätzt wie wir Deutschen, macht sich einerseits unbegründete Sorgen über Dinge, die kaum eintreten, und kaum Sorgen um Dinge, die ganz sicher eintreten. Dann aber ohne Pflegeversicherung, Zusatzrente und Unfallschutz dazustehen, ist tragisch. Denken Sie noch einmal neu über Ihre Risiken nach. Ein Gespräch mit dem Fachmann kann da klärend helfen.

Mit dem Rad durch Schnee und Eis

Viele Fahrradfahrer lieben es, auch in der kalten und dunklen Jahreszeit ihre bevorzugte Fortbewegungsart zu nutzen. Was im Frühjahr und Sommer ein meist erholsames Vergnügen ist, stellt im Winter den Aktiven vor besondere Herausforderungen. Die Experten der Unfallforschung der Versicherer (UDV) sowie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. geben dazu Rat und Hilfe. Natürlich gilt grundsätzlich die Notwendigkeit angemessener Kleidung und angepasster Fahrweise. Wer auf dem Rad friert, verspannt und reagiert entsprechend, “erfrorene Hände” greifen Bremshebel schlecht. Gerade Jugendliche haben die Neigung, Witterungsbedingungen und Kälte nicht ganz ernst zu nehmen, oft aus falscher Eitelkeit. In der dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig, gesehen zu werden. Dazu dient helle, am besten mit Reflektoren versehene Kleidung, eine in jedem Falle funktionierende Beleuchtungsanlage. Es ist hilfreich, das Rad mit Rückstrahlern zu versehen, die auch im Stand leuchten. Das Rad selbst sollte dadurch auf den Winter vorbereitet werden, dass alle beweglichen Teile geölt oder geschmiert werden, besonders die Kette. Das schützt vor Schmutz und Salz. Es gibt sogar die Möglichkeit “Winterreifen” für Fahrräder aufzuziehen, teilweise mit Spikes. Zumindest sollte aber bei Schnee und Eis der Reifendruck etwas reduziert werden, dadurch erhöht sich der Grip. Es macht auch Sinn, die gewohnte Sattelhöhe etwas zu reduzieren. Man erreicht dadurch mit den Füßen schneller den Boden, auch wenn der Sitz vielleicht nicht mehr ganz so ergonomisch ist. Zur veränderten Fahrweise gehört ein größerer Abstand zu Bordsteinen und zu Vorausfahrenden. Achten Sie nicht nur auf Schnee und Eis, achten Sie auch auf feuchtes Laub. Bei widrigen Straßenverhältnissen sollte in Kurven weder gebremst noch in die Pedale getreten werden, das beeinträchtigt die Stabilität. Ampeln, Kreuzungen und Rücken sind besondere Gefahrenorte, da dort die Rutschgefahr wegen der Überfrierung zuerst auftritt. Und über eines gibt es keine zwei Meinungen: auf einen gut sitzenden Fahrradhelm darf niemals verzichtet werden.

Achtung Steinschlag! Schaden und Haftung?

Öffentliche Straßen und Wege stehen unter der Verkehrssicherungspflicht von Bund, Ländern und Gemeinden. Dass diese Pflicht aber hinsichtlich der Haftung auch Grenzen hat, belegt ein eben gesprochenes Urteil des Landgericht Coburg (Az.: 22 O 688/15). Danach kann ein Verkehrsteilnehmer auf öffentlichen Straßen nicht unbegrenzt Schutz vor Risiken durch etwaige Schäden durch Naturgewalten erwarten. Die Teilnahme an Straßenverkehr beinhalte Risiken, die dem allgemeinen Lebensrisiko eines Straßennutzers zuzurechnen sind. Hintergrund der Rechtsstreitigkeit war folgender Fall: Im Fränkischen Jura hatte eine Frau eine öffentliche Straße mit dem Fahrzeug ihres Mannes befahren. Im Verlauf der Straße wurde durch mehrere Schilder immer wieder vor der Gefahr durch Steinschlag gewarnt. Das Risiko realisierte sich leider, da plötzlich auf die Straße rollende Gesteinsbrocken das Fahrzeug erheblich beschädigten. Der Fahrzeugbesitzer warf der zuständigen Srtraßenmeisterei die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor, da ja bekannt sei, dass es auf der Strecke häufiger zu Felsabbrüchen kommt. Das Aufstellen von Warnschildern sei daher nicht ausreichend, vielmehr sei eine ständige Kontrolle von Felsabbrüchen notwendig, zumal es in den Tagen vor dem Schadensereignis heftigen Dauerregen gab. Grundsätzlich schloss sich das Gericht der Forderung des Klägers an, dass die entsprechenden Behörden der Verantwortung aus der Verkehrssicherungspflicht nachkommen müssen. Da aber nachweislich regelmäßige Kontrollen in kurzen Abständen vorgenommen wurden, bei denen keine Besonderheiten festzustellen waren, könne eine Verletzung der Vorsorgepflicht nicht festgestellt werden. Ein Verkehrsteilnehmer könne bei der Nutzung öffentlicher Straßen keinen öffentlichen Schutz vor allen möglichen Naturgewalten erwarten. Im Fall des Klägers habe sich lediglich das allgemeine Lebensrisiko verwirklicht. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.