Das Montagsauto – diese Rechte haben Verbraucher

Auch bei einem Auto, das dem Käufer direkt vom Fließband übergeben wird, können Mängel bestehen – nicht umsonst hat sich der Begriff des „Montagsautos“ in der Sprache als Synonym etabliert. Ob dieses Fahrzeug jedoch komplett zurückgegeben werden kann, hängt nicht an der Anzahl der Mängel, sondern an der Art. Dies entschied jüngst der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 140/12). Hintergrund für das Urteil war die Klage des Käufers eines Caravans zum stolzen Preis von 138.000 Euro. Bereits nach dem ersten Monat trat der erste Mangel auf, in den nächsten drei Monaten musste das Fahrzeug wiederholt in die Werkstatt. Nach immer wieder erneutem Auftreten von Mängeln testierte letztendlich ein Gutachter weitere Mängel an dem Fahrzeug, die in der Summe 5.500 Euro an Reparaturkosten ausgemacht hätten. Der Kläger wollte das Fahrzeug gegen volle Kaufpreiserstattung zurückgeben, der Händler machte jedoch geltend, die Mängel entsprechend zu beseitigen. Der Klage auf Rückabwicklung wollten weder die Vorinstanzen noch die Richter am BGH folgen. Eine Rückabwicklung sei nur gegeben, wenn die Mängel die technische Sicherheit des Fahrzeuges, aber nicht die Optik beeinträchtigen. Erst wenn die Fehlerbeseitigung durch den Händler fruchtlos bliebe, bestünde ein Recht zur Rückabwicklung.