Haftung bei unsachgemäßer Nutzung?

Wer eine Sache, das Eigentum dritter ist, unsachgemäß benutzt, kann einen dadurch erlittenen Schaden nicht über das Haftung des Eigentümers geltend machen. Klingt kompliziert? Das Amtsgericht München hat in einem solchen Fall ein eindeutiges Urteil gesprochen (Az.: 191 C 2159/13). Eine Frau hatte zusammen mit ihrem vierjährigen Sohn ein Schwimmbad besucht. In der Umkleidekabine stand eine kleine Bank mit vier Metallfüßen. Zum Umkleidung stellte die Mutter ihren Sohn auf die Bank, die dabei umfiel. Der Junge blieb unverletzt, die Mutter zog sich eine schwere, langanhaltende Prellung zu und machte den Schwimmbadbetreiber für den Unfall verantwortlich, was eine Förderung von Schmerzensgeld zur Folge hatte. Der Fall kam vor Gericht. Das Amtsgericht München entschied im Sinne des Schwimmbadbetreibers wie folgt: es war eindeutig zu erkennen, dass die Bank weder am Boden noch an einer Wand der Kabine befestigt war. Das Kind zum Umkleiden auf die Bank zu stellen war eine unsachgemäße Nutzung, so dass die Folge des Unfalls nicht in der Verantwortung des Betreibers liege. Die Klage wurde abgewiesen. Da die Haftung eines dritten in diesem Falle nicht greift, hätte nur eine private Unfallversicherung helfen können.