Heimarbeitsplätze durchlöchern den gesetzlichen Unfallschutz

Immer mehr Arbeitgeber entdecken die Vorzüge des Homeoffice für ihre Arbeitnehmer. Telearbeit, die Tätigkeit vom heimischen Bildschirm, wird immer populärer, direkte Serverzugriffe oder sogenannten Clouds als virtuelle Speicher machen eine Präsenz vor Ort im Büro nicht mehr zwingend notwendig. Für die Berufsgenossenschaft führt die Heimarbeit jedoch zu einer Grauzone in der Rechtslage, sollte der Arbeitnehmer zu Hause einen Unfall erleiden. Aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung ist es nicht mehr jederzeit eindeutig, ob es sich bei dem Unfall tatsächlich um einen Arbeitsunfall oder um einen Unfall am Heimarbeitsplatz mit privatem Zusammenhang handelt.

Erste Voraussetzung für einen klaren Sachverhalt ist eine genaue Absprache mit dem Arbeitgeber über Art und Umfang der Heimtätigkeit und eine vertragliche Regelung notwendig. Schwierig wird es beispielsweise, wenn der Arbeitnehmer eine Pause macht (die er im Büro auch machen würde) und sich beim Zubereiten eines Kaffees verbrüht. Ein klar definiertes Arbeitszimmer macht es beispielsweise unstrittig, wenn der Arbeitnehmer darin über einen Papierkorb stolpert und sich verletzt. Hier besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Berufsausübung und Unfall. Absolute Sicherheit vor den Folgen eines Unfalls bringt letztendlich der Abschluss einer privaten Unfallversicherung. Diese bietet für eine geringe Prämie Versicherungsschutz rund um die Uhr und rund um die Welt.