Kunst oder Sachbeschädigung? Versicherungsschutz bei Graffiti-Schäden!

Für die einen ist es Kunst, für die anderen ist es Sachbeschädigung. Die Meinungen gehen auseinander, aber am Ende ist meist der Immobilienbesitzer der Dumme. Unabhängig vom künstlerischen Wert handelt es sich bei Graffiti ohne Beauftragung um den Straftatbestand der Sachbeschädigung, zu dem bei unberechtigtem Betreten eines Grundstücks noch der Tatbestand des Hausfriedensbruchs hinzu kommt (Paragraf 123, 303, 304 Strafgesetzbuch). In den seltensten Fällen ist der Verursacher jedoch ausfindig zu machen und auf den Immobilienbesitzer kommen die Kosten der Beseitigung zu. Das kann schon ordentlich was Kosten, in der Regel 100,- pro Quadratmeter zuzüglicher Kosten für Anfahrt, Sachverständigenkosten und zusätzliche Renovierung. Dabei gibt es eine Möglichkeit, sich vor dem hohen Kostenrisiko zu schützen. Der Besitzer einer Immobilie kann das Risiko von Graffiti-Schäden in der Regel als Zusatzbaustein zu seiner Gebäudeversicherung abdecken. In manchen Verträgen ist ein solcher Schutz schon grundsätzlich mit vereinbart. Übrigens entstanden der Deutschen Bahn im Jahr 2015 durch die Beseitigung von Graffiti-Schäden Kosten in Höhe von 34 Millionen Euro, Kosten, die die Gemeinschaft der Bahnfahrenden zugemutet werden. Graffiti ist kein Kavaliersdelikt, sondern massive Sachbeschädigung und vermeintlich künstlerische Ausdrucksform zu Lasten der Allgemeinheit.