Nachbarschaftshilfe, Gefälligkeit und Haftpflicht

Gerade in der Urlaubszeit tritt der Zusammenhang dieser drei Begriffe besonders häufig auf. Während der Abwesenheit im Urlaub übernimmt der nette Nachbar von gegenüber die Versorgung der Blumen und holt die Post aus dem Briefkasten. Dabei geschieht ein Missgeschick. Aus einem “übergossenem” Blumentopf tropft Wasser in die darunter stehende Stereoanlage und beschädigt sie nachhaltig. Der nette Nachbar hat zwar eine private Haftpflichtversicherung, die will aber nicht zahlen, da der Schaden im Zusammenhang mit einer sogenannten “Gefälligkeitshandlung” steht, der Schadenverursacher also grundsätzlich im Interesse des Geschädigten gehandelt hat und kein grob fahrlässiges oder mutwilliges Verhalten vorliegt. Für diese Rahmenumstände sieht der Gesetzgeber keine Entschädigungspflicht vor – und damit muss auch die Versicherung nicht in die Haftung eintreten. Ganz dumm gelaufen – und dennoch hätte sich der Fall vermeiden lassen. Haftpflichtpolicen neueren Datum decken diese Leistungslücke häufig mit ab, quasi als Zusatzleistung, wo die gesetzliche Verpflichtung nicht besteht. Sie sollten also dringend Ihre Haftpflichtversicherung auf diesen Baustein hin prüfen, rufen Sie Ihren Versicherer an und stellen Sie gegebenenfalls die Deckung auf neueste Bedingungen um.