Nicht jeder Schaden durch Starkregen ist ein Elementarschaden

Die sich offensichtlich zunehmend einstellende Veränderung klimatischer Rahmenbedingungen führt zunehmend zu Schäden an Gebäuden, die als Elementarschäden wahrgenommen werden. Häufig kommt es dabei zu irrtümlichen Annahmen von Schäden, die aber keine wirklichen Elementarschäden darstellen. Starkregen ist unangenehm, aber auch in unseren geografischen Breiten nichts wirklich Ungewöhnliches. Dabei ist es egal, ob der Regen 3 Stunden oder 3 Tage dauert. Ein Gebäude, dass nach Konstruktion und Beschaffenheit der Bausubstanz in korrektem Zustand ist, erleidet durch Starkregen keinen (Elementar)Schaden. Durchnässtes Mauerwerk nach 3 Tagen Starkregen deutet auf eine nicht intakte Bausubstanz oder auf eine fehlerhafte Konstruktion oder Bauausführung. Bildet sich bei Starkregen jedoch durch die Wassermassen ein Rückstau, der von der Kanalisation nicht aufgenommen werden kann und der Keller eines Hauses läuft durch die abführenden Rohre voll, liegt die Entstehung des Schadens in einer temporären Ausnahmesituation der Wasserableitung, die durch das elementare Ereignis einer plötzlich unverhältnismäßigen Menge Regenwassers ausgelöst wurde. In diesem Fall handelt es sich um einen tatsächlichen Elementarschaden. Hier noch ein sehr anschauliches Beispiel. In Folge einer sehr umfangreichen Baumaßnahme veränderte sich der Grundwasserspiegel einer ganzen Region. Ein in dieser Region stehenden Haus, das über hundert Jahre alt war, hatte nach längerer Zeit durchnässte Kellerwände. Die von diesem Schaden informierte Versicherung lehnte die Regulierung ab. Es stellte sich heraus, dass der aussenwandige  Feuchtigkeitsschutz des Gebäudes seit Bestehen des Gebäudes nie erneuert wurde und nun dem veränderten Grundwasserspiegel nicht mehr gewachsen war. Der Schaden war also nicht direkte Folge eines neuen Grundwasserspiegels, sondern das Ergebnis eines objektiven Baumangels, der vom Hausbesitzer längst hätte behoben werden müssen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass eine Gebäudeversicherung, ob mit oder ohne Elementarschaden-Deckung keine Baumängel, weder konstruktive noch nutzungs- oder alterungsbedingte, und ihre Folgen versichert. Für die Erhaltung eines Gebäudes muss der Besitzer aufkommen.

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