Schnell noch bei Gelb in die Kreuzung…

Für viele Verkehrsteilnehmer ist es mittlerweile normal, noch schnell bei Gelb in eine Kreuzung einzufahren, obwohl mit einer betriebsgerechten Bremsung ein Halten möglich wäre, auch wenn dieser Halt erst kurz hinter der Haltelinie stattfindet. Ein Lkw-Fahrer hat damit eine Erfahrung gemacht, die gerichtlich bis zum Oberlandesgericht Hamm führte (Az.: 6 U 13/16). Obwohl eine Bremsung möglich gewesen wäre, führ der Lkw-Fahrer in die Kreuzung ein, um links abzubiegen, was auch sofort geschah, um noch vor dem entgegenkommenden Verkehr die Kreuzung wieder frei zu machen. Das aber gelang nicht wie gewünscht, da ein entgegenkomender Krad-Fahrer bereits gestartet war – und zwar nicht verkehrswidrig, da sein Ampelsignal von Gelb auf Grün wechselte. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß mit schweren Unfallfolgen für den Krad-Fahrer. Der verlangte Ersatz für das zerstörte Krad und entsprechendes Schmerzensgeld für seine erlittenen Unfallfolgen. Das lehnte der Lkw-Fahrer und dessen Versicherung ab. Man berief sich auf das Recht, vor dem entgegenkommenden Verkehr die Kreuzung räumen zu dürfen. Beide gerichtlichen Instanzen sahen das anders, da der Lkw-Fahrer nicht bei Grün in die Kreuzung eingefahren war und entsprechend warten mußte, da der entgegenkommende Verkehr noch floss, sondern erst bei Gelb und noch stehendem Gegenverkehr. Dennoch wurde dem Krad-Fahrer eine Mitschuld von 30% zugemessen. Ihm wurde seitens des Gerichts vorgeworfen, in die zwar durch Lichtzeichen freigegebene Kreuzung eingefahren sei, aber ohne in angemessener Weise auf den Lkw zu achten. Das Gerichtsurteil ist mittlerweile rechtskräftig. Also: mit dem Lichtwechsel an einer Ampel von Grün zu Gelb entsteht ein Haltegebot, dem bei betriebsgerechter Bremsung zu entsprechen ist!