Steter Tropfen höhlt den Stein – unfreiwillig vom Autofahrer zum Fußgänger – Urteil des Münchener Amtsgerichts

Einem Verkehrsteilnehmer, der über Jahre ständig die Straßenverkehrsordnung durch Überschreitungen ignoriert, kann auch für kleinere Delikte der Führerschein entzogen. Das Amtsgericht München hat dazu gerade ein Urteil gesprochen (Az.: 911 OWi 437 Js 150260/16). Wenn ein Verkehrsteilnehmer innerhalb einer geschlossenen Ortschaft die Geschwindigkeit um mehr als 30 kmh überschreitet, muss er nicht nur ein Bußgeld zahlen, sondern in der Regel auch für einen Monat auf seine Fahrerlaubnis verzichten und eine Eintragung von zwei Punkten im Flensburger Fahreignungsregister hinnehmen. Im vorliegenden Fall betrug die Geschwindigkeitsübertretung lediglich 22 kmh. Das Amtsgericht München verhängte ein Bußgeld in doppelter Höhe und entzog dem Kraftfahrer für einen Monat den Führerschein.

Beharrlichkeit führt zum Ziel

Der Betroffene hatte in den letzten vier Jahren in insgesamt acht Fällen eine Geschwindigkeitsübertretung begangen, dafür sogar fünfmal den Führerschein entzogen bekommen, eine Menge Geld an Bußzahlungen geleistet und Punkte gesammelt. Obwohl diesbezüglich keine “offenen Rechnungen” mehr bestanden, urteilte das Gericht hart. Es begründete seine Entscheidung des einmonatigen Führerscheinentzugs mit der Permanenz, mit der der Betroffene sich über die Regeln der Straßenverkehrsordnung hinwegsetzt. Da die den Delikten angemessene Bestrafung offensichtlich zu keinerlei Änderung des Verhaltens geführt hatte, befand das Gericht die Heraufsetzung der Strafe als berechtigt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.