Darf ein Radfahrer einen Hund mitführen?

Rechtlich ist es erlaubt. Paragraf 28 Absatz 1 StVO besagt, dass ein Fahrradfahrer berechtigt ist, Hunde mit sich zu führen. Was aber sagt das Gesetz, wenn aus einer solchen Konstellation ein Unfall passiert. Das Landgericht Münster (Az.: 01 S 56/15) hatte sich mit einem solchen Fall zu beschäftigen. Ein Radfahrer führte bei seinem Weg durch einen Park zwei Schäferhunde an der linken Hand, mit der rechten lenkte er sein Rad. Er näherte sich von hinten einem Spaziergänger, der seinerseits seinen Hund ohne Leine ausführte. Der nicht angeleinte Hunde bemerkte den von hinten mit seinen Hunden nahenden Radfahrer und rannte auf ihn zu. Um “Schlimmeres” zu verhindern, bremste der Radfahrer, verlor die Kontrolle über sein Rad und stürzte schmerzhaft mit der Folge einer nicht unerheblichen Verletzung. Vom Fußgänger forderte er Kostenübernahme der Arztkosten und Schmerzensgeld. Das ganze ging über die Revision  ans Landgericht Münster, doch diese Kammer bestätigte das bereits zuvor formulierte Urteil des Amtsgerichts, dass zu 75% die Schuld beim Kläger und nur 25% beim Beklagten sah. Wer auf einem Rad fahren einen Hund führt, muss die Beherrschung des Rades trotz Hundeführung sicherstellen. Es sei zwar nicht verboten einhändig Rad zu fahren, aber die dauerhafte Einschränkung des Fahrens mit einer Hand durch einen mitgeführten Hund beeinträchtige die Fahrsicherheit. Die potenziell gefährliche Verkehrssituation gehe im vorliegenden Fall vom Radfahrer aus, auch wenn es sich beim frei laufenden Hund um eine Ordnungswidrigkeit des Halters handle. Somit wurde der Proporz bei der Schuldzumessung bestätigt. Die einzige Versicherungsform, die ein solches Ereignis in seinen Kosten getragen hätte, wäre eine Unfallversicherung gewesen. Doppelt dumm gelaufen!