Nachbarschaftshilfe, Gefälligkeit und Haftpflicht

Gerade in der Urlaubszeit tritt der Zusammenhang dieser drei Begriffe besonders häufig auf. Während der Abwesenheit im Urlaub übernimmt der nette Nachbar von gegenüber die Versorgung der Blumen und holt die Post aus dem Briefkasten. Dabei geschieht ein Missgeschick. Aus einem “übergossenem” Blumentopf tropft Wasser in die darunter stehende Stereoanlage und beschädigt sie nachhaltig. Der nette Nachbar hat zwar eine private Haftpflichtversicherung, die will aber nicht zahlen, da der Schaden im Zusammenhang mit einer sogenannten “Gefälligkeitshandlung” steht, der Schadenverursacher also grundsätzlich im Interesse des Geschädigten gehandelt hat und kein grob fahrlässiges oder mutwilliges Verhalten vorliegt. Für diese Rahmenumstände sieht der Gesetzgeber keine Entschädigungspflicht vor – und damit muss auch die Versicherung nicht in die Haftung eintreten. Ganz dumm gelaufen – und dennoch hätte sich der Fall vermeiden lassen. Haftpflichtpolicen neueren Datum decken diese Leistungslücke häufig mit ab, quasi als Zusatzleistung, wo die gesetzliche Verpflichtung nicht besteht. Sie sollten also dringend Ihre Haftpflichtversicherung auf diesen Baustein hin prüfen, rufen Sie Ihren Versicherer an und stellen Sie gegebenenfalls die Deckung auf neueste Bedingungen um.

Haftpflicht und passiver Rechtsschutz

Wer durch schuldhaftes Verhalten einem anderen einen Schaden zufügt, hat nach den Rechtsgrundsätzen des Bürgerlichen Gesetzbuches dafür zu haften. Das kann zu hohen Ansprüchen führen, die der Betroffene in der Regel durch eine private Haftpflichtversicherung abgedeckt hat. Was aber, wenn eine Forderung erhoben wird, die unbegründet ist, da sie der Rechtsgrundlage des BGB nicht entspricht. Dies ist oft nur juristisch festzustellen. Was bedeutet dies für den, der einer solchen Forderung gegenüber steht? Ohne Haftpflichtversicherung kann das im Einzelfall zu hohen Kosten führen. Eine Rechtsschutzversicherung könnte da helfen, ist dafür aber gar nicht nötig. Wer Haftpflicht versichert ist, besitzt auch eine “passive” Rechtsschutzversicherung, weil der Versicherer seinerseits die Rechtsmäßigkeit der Forderung prüft, da er ohne berechtigte Forderung auch nicht leisten würde. Die Haftpflichtversicherung hilft also doppelt: sie übernimmt die Regulierung des Schadens, soweit rechtlich begründet und wehrt unbegründete Forderungen ab, ohne weitere juristische Unternehmungen des Kunden.