Virtuelle Monster oder reale Gefahren?

Nach einer Bitkom-Umfrage sollen angeblich bereits 20% der bundesdeutschen Bevölkerung auf Monsterjagd nach Pikachu, Pummeluff, Turtok und Fukamo gegangen sein! Das sagt Ihnen nichts? Sie kenne die Monster von Pokémon go noch nicht? Überall im Freien sind sie versteckt und lassen sich mit der Smartphone-Kamera orten. Ein virtuelles Spiel, das viele Menschen in Bewegung und damit ins Freie bringt. Im Prinzip ja nichts schlechtes! Doch manchmal treibt die Jagdlust die Spieler in gefährliche Situationen – oder besser: zu gefährlichem Verhalten. Wer ständig beim Gehen auf sein Handy-Display starrt, der macht schon mal Bekanntschaft mit einem Laternenmast, der unvermittelt vor einem steht. Aber mal im Ernst, die Zahl der Unfälle durch die sich durch  Ausübung des Spiels bereits ereignet haben, ist enorm, sagt der GDV, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. in Berlin. Da gehen Menschen auf das Display starrend unvermittelt auf Fahrwege, stolpern über Hindernisse, rempeln Fahrradfahrer an, die manchmal ihrerseits auf dem Rad mit Blick aufs Handy Pokémon-Monster jagen. Selbst Autofahrer lassen sich durch die Monsterjagd per Handy-Display ablenken. Was die Spieler nicht bedenken: viele dieser Verhaltensweisen können und werden mit Bußgeldern belegt. Das kann für Autofahrer bis zum Eintrag ins Fahreignungsregister in Flensburg führen und im Schadenfall bis zur Weigerung der Vollkaskoversicherung den eigenen Kfz-Schaden wegen grober Fahrlässigkeit zu übernehmen. Eigentlich ist das Thema: Versicherung – Risiken und Deckung in unserer Gesellschaft von so großer Wichtigkeit, dass man es nur als “bedauerlich” beschreiben muss, wenn ein Pokémon-Jagd-Opfer durch den eigenen Schaden zum ersten mal über eine Unfall- oder Haftpflichtversicherung nachdenkt. Aus Schaden wird man klug – gut, aber meist zu spät – schlecht!