Unfallrisiko bei Fahrradfahrern

Jeden Tag verunglücken in der Bundesrepublik 210 Radfahrer schwer. Das sind pro Jahr gut 78.000 Menschen. Eine erschreckende Zahl, wenn man bedenkt, dass davon fast 400 Personen dadurch ihr Leben verlieren. Die Steigerung von 2013 zu 2014 lag bei 9,6%! Wie erklärt sich diese horrende Zahl? Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat folgende Aufteilung ermittelt: 11.700 verunfallte Radfahrer hatten die falsche Straßenseite benutzt, 10.400 hatten die Vorfahrt eines anderen Verkehrsteilnehmers mißachtet oder sich beim Abbiegen falsch verhalten, 3.500 Unfälle ereigneten sich, weil der Radfahrer unter Alkoholeinfluss stand. Rund jeder dritte schwere Radunfall ereignete sich, weil der Radler ohne Einfluss eines weiteren Verkehrsteilnehmers Fahrfehler beging, die Geschwindigkeit zu hoch war (!) oder das Rad technische Mängel aufwies. Die weit verbreitete Annahme, dass in der Regel motorisierte Verkehrsteilnehmer für Radfahrer die Unfallgefahr darstellen, stimmt so verallgemeinert also nicht und täuscht über die Eigenverantwortung des Radfahrers hinweg. Übrigens ist die Schwere des Unfalls wesentlich abhängig davon, ob der Radfahrer einen entsprechenden Helm trägt. Das sieht vielleicht nicht schön aus, ist aber unumgänglich! Der ADFC rät zu einem selbstbewußten, aber eindeutig defensiven Fahrstil, der sich ausdrücklich an der Straßenverkehrsordnung orientiert.