Urlaubsreise – und dann das!

Es sollte so schön werden! Eine Woche Urlaub im Ausland zu zweit in einem landesüblichen 4,5 Sterne-Hotel. Das Hotel war wirklich dementsprechend gut. Und dann das! Noch am Abend des ersten Tages macht sich ein Magen-Darm-Virus bemerkbar. Arztbesuch, Bettruhe und starkes Unwohlsein mit allem, was dazu gehört. Eine Woche lang, bis zur Abreise! Während des Aufenthalts im besagten Hotel hatten die Betroffenen in Erfahrung gebracht, dass schon vor einigen Wochen mehrere Hotelgäste auf die gleiche Art und Weise erkrankt waren und sie selbst auch nicht die einzigen Erkrankten waren. Zurück in Deutschland wurden dem Reiseveranstalter Kosten in Rechnung: sowohl die Rückerstattung der gesamten Reisekosten, Schmerzensgeld so wie eine finanzielle Entschädigung für verloren gegangenen Urlaub. Der ganze Vorgang ging vor das Amtsgericht München, das gar nicht im Sinne der Betroffenen urteilte (Az.: 283 C 9/15)! Die Klage wurde nämlich ganz abgewiesen. Um eine Verantwortlichkeit für die Erkrankung beim Hotel zu vermuten, müssen mindestens 10% aller Hotelnutzer zeitgleich erkranken. Dies war weder im voraus gegangenen Fall so, noch zum in Frage stehenden Zeitraum. Nach der vorausgegangenen Erkrankungsphase hatte die Hotelleitung ein unabhängiges Forschungsinstitut mit der Kontrolle von Nahrungsmitteln, Leitungswasser, Getränkeautomaten und des Wasser des Swimmingpools beauftragt. Es gab jedoch keinerlei Beanstandung. Auffällig war zudem die Tatsache, dass die Erkrankung schon am Abend der Anreise zum Ausbruch kam, was eine zu kurze Inkubationszeit bedeuten würde und die Ansteckung bereits wesentlich früher, vermutlich noch im Deutschland, stattgefunden hat. Da bleibt nur zu hoffen, dass eine Rechtsschutzversicherung bestand, um nicht auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben!